Review

Intro:

Nachdem sich " The 6th day " und "Cattaca" schon intensiv mit dem Klonen beschäftigt haben und da es eh ein hochbrisantes und vieldiskutiertes Thema ist, geht es auch in " The Island " um Klone und allgemein um die Menschlichkeit und der Stand eines Klones in der Öffentlichkeit. Regiesseur dieses Krachers ist Michael Bay, welcher in der Produktion aber diesmal nicht mit Jerry Bruckheimer, sondern mit Steven Spielbergs Firma Dreamworks kooperiert. Trotzdem stand Bay ein gigantisches Budget von über 120 Millionen Dollar zur Verfügung, welche er auch sichtbar eingesetzt hat.

Inhalt:

Nach einer angeblichen Atomkatastrophe leben die letzten Menschen in einem riesigen Gebäudekomplex. Hier werden sie streng überwacht und ausgebildet. Einzige Hoffnung ist irgendwann auf die Insel zu kommen, die einzige Oase welche es noch auf der Welt gibt. Unter ihnen ist auch Lincoln Six Echo, welcher bald das Ganze in Frage stellt und auch eigene Nachforschungen anstellt. Bald kommt er hinter die grausame Wahrheit. Es hat nie eine Atomkatastrophe gegeben. Sie alle sind Klone und dienen nur als Ersatzteilager und das mit der Insel ist alles Schwindel. Mit seiner Freundin Jordan Two Delta flieht Lincoln aus dem Komplex. Allein das Zurechtfinden in der neuen Welt ist schon schwer, aber dann werden ihnen noch Söldner auf den Hals gehetzt. Trotzdem beschließen sie sich bei ihren Schöpfern zu rächen.

Allgemein:

Als ich zum ersten Mal die Vorschau die Kino sah, war klar, da muss ich rein, dass kann nur gut sein. Leider sind meine Erwartungen nicht ganz erfüllt worden. Die Story ist wirklich gut ausgedacht, doch Bay geht bei den Klonen nicht genug in die Tiefe. Vor allem die interessante Herstellung wird uns viel zu kurz aufgezeigt. Ich hätte gern mehr allgemein in diesem Film über das Klonen erfahren. Aber leider muss ich mitteilen, dass es nur ein weiterer Popkornfilm der Marke Bay ist, was nicht heißt dass er schlecht ist. Aber sind wir mal ehrlich: Die Worte Anspruch und Michael Bay passen nicht zusammen und genau das merkt man hier auch.

In der ersten Dreiviertelstunde bekommt man nähere Einblicke in das Leben der Klone, was sehr interessant dargestellt ist und durch Humor noch etwas aufgepeppt wird. Danach geht die knallige Action los und in die ist der größte Teil vom Budget geflossen. Man muss zugeben, hier sieht man Bays Qualitäten. Es knallt an allen Ecken und vor allem die Verfolgungsjagd, als die Stahlträger die Autos schrotten ist einfach erste Sahne. Allgemein wird der Sachschaden sehr hoch gehalten. Die sehr interessante Story wird dabei leider auf das Minimum gedrückt. Trotzdem kann Bay mit der Action punkten, denn die ist grandios, obwohl mir wieder einfach zu wenig Prügeleien vorhanden sind, genauso wie bei " Bad Boys II " schon zuvor.

Leider geht aber auch die Spannung etwas flöten, denn man weiss eigentlich wie das Ganze ausgeht. Dazu kommen noch einige Logik und Anschlussfehler. Perfekt ist " The Island " bei weitem nicht, aber er unterhält perfekt. Aber man bekommt viele Einblicke in die Menschlichkeit. Die Klone werden immer als Produkte bezeichnet und wenn sie ihren Zweck erfüllt haben einfach getötet. Wer weiss ob das nicht bald wirklich Realität wird.

Kulisse, Sound:

Die Optik und Kulisse sind einfach brillant und vor allem sehr detailliert in Szene gesetzt. Ganz besonders der Hightechbunker ist schlichtweg ein Eyecatcher, eigentlich ist der gesamte Film ein einziger Eyecatcher. Hier liegt eindeutig das große Plus des Films, hier hat man richtig Kreativität bewiesen und sich mal was einfallen lassen. Außerdem ist der Film ein großer Werbeträger, für Puma, Calvin Klein und sonstige Marken.
Auch die kräftigen und vielseitigen Sounds von Steve Jablonsky können auf voller Linie überzeugen.

Schauspieler:

Schon in " Star Wars " war Ewan McGregor für mich der Sympathieträger und auch hier zieht er sich wieder gut aus der Atmosphäre. Nur als richtiger Actionheld ist er dann doch etwas unglaubwürdig.
Scarlett Johansson als Jordan Two Delta darf sich sehr präsentieren und sieht auch wirklich süss aus, sie ist aber irgendwie nur ein Mitläufer. Aus ihrer Rolle hätte man mehr machen können.
Anders ist da Sean Bean als fieser Doktor, ihm nimmt man die Rolle wirklich perfekt ab, solche Rollen liegen ihm einfach.
Auch Djimoun Hounsou, als Söldner Laurent spielt seine Rolle sehr kernig und glaubwürdig. Nur dass er sich so schnell auf die andere Seite schlägt ist etwas unwahrscheinlich.
Steve Buscemi darf man hier auch nicht unerwähnt lassen, da er einen großen Teil zum Humor des Filmes beiträgt und seine Rolle wie immer herrlich schräg spielt.

Fazit:

Krachiges Popkorn Kino mit zu wenig Anspruch und Tiefe. Eine perfekte Materialschlacht mit krachiger Action und passenden Darstellern. Klasse Optik und tollem Sound. Ich hätte mehr von dem Film erwartet, aber er kann immerhin perfekt unterhalten.

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