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Ewan McGregor und Scarlett Johansson leben zusammen mit hunderten weiteren Menschen in einem Bunker unter der Erde, da die Erde scheinbar kontaminiert (vergitet) wurde. Doch die Anzeichen, dass dies eine Lüge ist und, dass die Erde nicht kontaminert wurde verdichten sich immer mehr. McGregor und Johansson brechen schließlich aus ihrem "Gefängnis" aus und stellen fest, dass die Menschen in dem Bunker Klone von reichen Personen sind, die sich eine Art Lebensversicherung, für den Fall, dass Organe von ihnen versagen gekauft haben. Nun beginnt der Leiter der Einrichtung, Sean Bean, sie zu jagen, damit nichts an die Öffentlichkeit sickert. Einer der spannendsten Sci-fi-Thriller überhaupt beginnt.
Die Story ist sehr gut und, obwohl sie "(noch)" unrealistisch ist, in sich schlüssig und erweist sich als tiefer und brillianter, als man es jemals von Action-Regisseur Michael Bay erwartet hätte. Die Klone beginnen alles zu hinterfragen, da sie mehr und mehr auf Erinnerungen und Erfahrungen ihrer Orginale, im Film als Sponsoren bezeichnet, zurückgreifen können und sich ihr Erinnerungsvermögen, im Zuge dessen, rasant steigert. Was nicht so gut ist, mich persönlich jedoch nicht weiter stört, ist, dass der Film mit den üblichen Gut-Böse-Klischees gespickt ist und Sean Bean als skrupellosen Gesetzesbrecher, der sich selbst für Gott hät, darstellt. Die Wendungen wurden geschickt gewählt, werden zur richtigen Zeit inszeniert und steigern die Spannung an den passenden Stellen. Der Anfang erinnert an einen Mystery-Thriller und baut viel Spannung auf, der Mittelteil ist ein grandioser Thriller, der mit herausragenden Action-Sequenzen gespickt ist. Das Ende ist zwar nicht unbedingt unvorhersehbar, ist aber dennoch spannend und veretzt den Zuschauer in Euphorie.
Die Charaktere sind ebenfalls sehr gut gewählt: Ewan McGregor ist der erste Klon, der alles zu hinterfragen beginnt. Er empfindet stark für Scarlett Johansson, merkt aber erst im Laufe des Films, dass es sich bei diesem Gefühl um Liebe handelt. Scarlett Johansson empfindet ähnlich für McGregor und wird ebenfalls als armer und unschuldiger Klon dargestellt (was natürlich auch der Fall ist). Sean Bean hält sich für Gott und bricht einige Gesetze, um sein Projekt zu verwirklichen, dennoch scheint er auch an der Rettung von Menschenleben und nicht nur am Profit interessiert zu sein. Djimon Hounsou spielt einen ehemaligen Agenten, der von Bean angeheuert wird, um die beiden Klone zu schnappen. Er findet, dass, was den Klonen unter der Erde angetan wird als unmoralisch, weswegen er sich am Ende gegen seinen Auftraggeber wendet. Steve Buscemi ist ein Freund von McGregor und hilft ihm nach dem Ausbruch, er hat zwar kaum Skruppel, ist aber McGregor gegenüber loyal. Michael Bay hat es mit "die Insel" erstmals geschafft, einen Film mit einer guten Story in Szene zu setzen, gerade deshalb ist es Schade, dass er ausgerechnet mit seinem besten Film seinen größten Flopp hatte. Wahrscheinlich ist dies auch der Grund, warum er mit Transformers wieder einen hirnlosen Action-Film inszenierte, obwohl dieser einer der besten Action-Filme aller Zeiten ist und mit bisher nie dagewesenen Effekten glänzen kann.
Wie bei jedem Bay-Streifen ist die Kulissse hervorragend und eindrucksvoll gewählt. Sowohl der Bunker, als auch die futuristischen Fahrzeuge und Gebäude sind hervorragend gelungen und verleihen dem Film eine grandiose Optik, die durch das hervorragende Spiel mit der Perspektive noch einmal unterstrichen werden. Die Film-Musik ist natürlich auch sehr gut und passt sich den Geschehnissen der Handlung sehr gut an. Vor allem am Ende glingt es der Musik den Zuschauer in der letzten Szene in Euphorie zu versetzten und den Film mit einem guten und würdigen Ende abzuschließen.
Michael Bay kann es einfach nicht lassen, obwohl in diesem Film wesentlich weniger Action, als in Armageddon oder Pearl Harbor zu sehen ist, hat er dennoch einige Sequenzen eingebaut. Doch die Action ist meiner Meinung nach brilliant gelungen und schafft es zusätzliche Spannung aufzubauen, zumal sie sich auf das wesentliche beschränkt und über den Film hervorragend dosiert ist.
Ewan McGregor spielt seine Rolle sehr gut und auch Scarlett Joahnsson stellt ihr Talent unter Beweis. Sean Bean spielt wie immer eine sehr zwielichtige Rolle, was er einmal mehr herrausragend macht. Djimon Hounsou und Steve Buscemi sind ebenfalls stark und auch die weiteren Nebendarsteller sind solide. Michael Clarke Duncan ist in einer kleinen Rolle zu bewundern.
Tatsache ist natürlich auch, dass wir dieser Realität, die Michael Bay in seinem Film schuf immer näher kommen und Bay hat das Bild eines Klons konsequent und realistisch dargstellt. Anfangs gehorchen die Klone, doch sie beginnen immer mehr zu hinterfragen, was aus der menschlichen Neugier resultiert. Die Klone werden als menschliche Lebewesen dargestellt, die aber nicht als solche behandelt werden. Sie werden mit einer Lüge in ihrem Gefängnis gehalten und sind nicht mehr als lebendige Ersatzteillager. Einige weitere Thesen zu diesem Thema werden im Film genannt. So sagt Bean, dass man ursprünglich vor hatte, die Klone im Reagenzglas zu züchten und ihnen keinerlei Gefühle zu erlauben, doch die Klone wären schließlich früh abgestorben, da Gefühle zum menschlichen Leben gehören (An dieser Stelle möchte ich den Film Equilibrium empfehlen, der sich hervorragend mit diesem Thema befasst). Außerdem kann McGregor nach dem Ausbruch Fahrzeuge benutzen, da sein Sponsor dies auch kann. Darüber hinaus kann er Latein, obwohl er dies nie gelernt haben kann. Interessant ist in dieser Hinsicht auch das Aufeinandertreffen von dem Klon McGregor und seinem Sponsor, der logischerweise auch von McGregor gespielt wird. Die beiden Ausbrecher werden jedoch von dem Sponsor verraten, der sein Überleben um jeden Preis sichern will. Die einzige Hoffnung, die die Klone unter der Erde haben, ist die Möglichkeit, auf die Insel zu kommen, die angeblich das letzte unbelastete Fleckchen Erde auf der Welt ist. Die Insel existiert natürlich nicht, aber jeder Klon, der verschwidet, da seine Organe benötigt werden, wurde angeblich auf die Insel geschickt.
An dieser Stelle würde ich gern noch erwähnen, dass ich mir durchaus dessen bewusst bin, dass der Film mit Absicht die Gefühle des Zuschauers manipuliert und trotz seiner guten und futuristischen Handlung sehr kommerziell ist, was mir aber egal ist, da ich mich bei solch einem guten Streifen sehr gern manipulieren lasse. Dazu kommt natürlich auch die vorhersehbare und berechenbare Love-Story der beiden Hauptpersonen, die aber, unter dem Gesichtspunkt, dass beide Klone sind und eigentlich so gezüchtet wurden, dass sie keine sexuellen Regungen oder Gefühle entwickeln. recht interessant verläuft. Natürlich soll auch diese Liebensgeschichte, die am Ende natürlich gut ausgeht die Euphrie des Zuschauers noch einmal steigern. Dazu gehört natürlich auch die Befreiung der anderen Klone und das Überlaufen von Djiamon Hounsou.
Zusammenfassend ist die Insel ein hervorragender Sci-fi-Action-Thriller, der durch eine gute Handlung, hervorragende Darsteller und atemlose Spannung beeindrucken kann und dem Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute nicht eine Atempause gönnt. Wie bei jedem Michael-Bay-Film gibt es viele gute Action-Sequenzen und eine hervorragend Filmmusik, sowie eine perfekte Kulisse.

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