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Lincoln Six-Echo und Jordan Two-Delta leben im Jahr 2019 in einer scheinbar utopischen Wohneinheit, die in Wirklichkeit ein Gefängnis ist. Wie alle Bewohner werden sie ständig überwacht, angeblich zu ihrem eigenen Schutz. Sie alle hoffen, irgendwann auf „Die Insel“ reisen zu dürfen: die allerletzte unverseuchte Oase auf der Erde. Denn es heißt, dass alle Menschen auf der Welt – außer ihnen – bei einer Umweltkatastrophe umgekommen sind. Seit kurzem wird Lincoln jedoch von unerklärlichen Albträumen geplagt. Immer ungeduldiger stellt er sein Gefangenendasein infrage. Doch auf die Wahrheit ist er nicht vorbereitet: Neugierig geworden, entdeckt Lincoln, dass sein gesamtes Leben eine einzige Lüge ist – und die Insel nur Auswuchs eines grausamen Betrugsmanövers. Ihm wird klar, dass er, Jordan und alle anderen tot sehr viel mehr wert sind als lebendig. Die Zeit wird knapp, und so flieht Lincoln mit Jordan aus der einzigen Welt, die sie kennen. Draußen entkommen sie den wachsamen Augen des unheimlichen Instituts.. Doch schon haben die gnadenlosen Schergen des Instituts die Verfolgung aufgenommen. Lincoln und Jordan kennen nur ein Ziel: am Leben zu bleiben.
Das Thema Klone und die Anerkennung ihrer Menschlich- und Persönlichkeit ist mittlerweile ja auch nicht mehr das allerjüngste, umso verwundernder das für eine solch philosophische Thematik Krachbumm Spezi Michael Bay als Regisseur engagiert wurde. Besonders zu Beginn ist der Stil auch eher untypisch. Die erste Stunde verbringen wir komplett in jener seltsamen Anstalt in steriler weißer Optik, alle rennen in gleichen Klamotten herum, beinahe könnte man meine die Geschichte entwickelt sich zu einem düsteren Zukunftsthriller. Nach der ersten Stunde, entfliehen zwei der Probanden und spätestens ab hier erkennt man Bays Handschrift, denn die folgenden Verfolgungsjagden und Explosionen sind wie gewohnt abenteuerlich und gewaltig. Die Jagd über den Highway ist sehr rasant gefilmt, allerdings leider auch wieder Epilepsie-erregend geschnitten.
Die Action stimmt dabei, wobei mir die rätselhafte Atmosphäre innerhalb des Labors beinahe noch besser gefallen hat. Die nichtsahnenden Bewohner werden konsequent als Produkt bezeichnet und sind letzten Endes auch nichts als Zuchtvieh zum Gebären und zur Organproduktion, die von Menschen außerhald als Klon in Auftrag gegeben wurden. Das einzige Ziel, der Gewinn der Lotterie um auf die vermeintlich paradiesische Insel zu gelangen, entpuppt sich als fiese Falle und dient lediglich dem "ernten" der Organe. 
Die spielfreudige Starbesetzung leisten gute Arbeit, die FX sind absolut sauber gemacht (so ein Jet Bike will ich auch mal haben), handwerklich ist alles gut gemacht. Bemängeln darf man natürlich den Realismus, was besonders beim Sturz vom Hochhaus auffällt, die Flüchtigen stauben sich nach dem Fall mal kurz die Klamotten ab und weiter gehts, anstatt das sie wie ein Pfannkuchen auf dem Asphalt kleben. Auch das schnelle umgewöhnen der Flüchtlinge in die Realwelt wird im Rekordtempo vollzogen, wo sie nach der Flucht lt. Film auf dem Stand von 15jährigen sind und von der Außenwelt schlicht keine Ahnung haben, kommen sie doch erstaunlich schnell damit zurecht. Dennoch bietet die Insel zwei Stunden gute Unterhaltung mit Happy End Garantie. Die Zweiteilung der Handlung ist eine gute Idee, so kommen die Actionszenen umso wuchtiger daher. Der Film ist auf jeden Fall einen Blick wert.
7/10

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