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Mit den "Fantastic Four" reiht sich eine weitere Comicverfilmung in Hollywoods Geldmaschine Nummer 1 ein. Doch kann der Film wirklich mit den Comicfilmboom - auslösenden "Spiderman", "Blade" und der starken Rückkehr des dunklen Ritters in "Batman Begins" mithalten?
Inhaltlich ist die ganze Story eher trivial angelegt. Dr. Richards erfüllt sich ein Traum als er eine Expedition ins Weltall anführt. Das Ziel ist das Zentrum eines kosmischen Sturms, durch den der gute Doktor, wie auch immer, hofft den menschlichen Gencode zu entschlüsseln. Mal von der Widersinnigkeit der Annahme abgesehen erschließt sich mir in keiner Weise die propagierte Allheilwirkung für die Menschheit. Da er die Expedition allein nicht finanzieren kann, hilft ihm sein alter Widersacher und Milliardär Victor von Doom.
Neben den beiden begeben sich noch Richards bester Freund Ben Grimm, die Leiterin von Dooms Forschungsabteilung und Richards Exfreundin Sue Storm sowie deren junger Bruder Johnny. Im Weltall angekommen sieht man sich den kosmischen Elementen hilflos ausgesetzt. Der Sturm hüllt die Raumstation mit kosmischer Strahlung ein, durch welche die DNS der 5 Astronauten mutiert.
Nach der Rückkehr auf die Erde zeigen sich die Auswirkungen. Aus Reed wird der elastische, dehnbare und formverändernde Mr. Fantastic. Sue erlangt die Gabe der Unsichtbarkeit und erhält den tollen Namen Invisible Woman. Johnny wird zur menschlichen Fackel und Ben zum steinernen, superstarken The Thing. Zusammen bilden sie eine Allianz und kämpfen den traurigen Rest des Films gegen Victor von Doom, mit seinen eisernen Fäusten.

Kritik:
Inhaltlich ist der Film eine nicht schön zu redende Katastrophe. An erster Stelle steht das unglaublich monotone, spannungsarme und absolut vorhersehbare Drehbuch. Das Ganze ist so 08/15 das es eher einer Fernsehserienepisode gleicht. Oberflächlich plätschert der Film vor sich hin und man fragt sich ob Regisseur und Drehbuchautor die letzten Comichits verschlafen haben. Alles was Spiderman und Batman auszeichnete und zum Erfolg machte, fehlt konsequent. Es gibt nicht die Spur einer tiefer gehenden Charakterzeichnung, von der absoluten Unglaubwürdigkeit fast jeder Figur einmal abgesehen. Dadurch fehlt natürlich auch jegliche Dramatik. Szenen, wie die in der Reed ein Experiment mit der Human Torch Johnny aus Sorge abbricht oder Dooms Heiratsantrag an Sue (Betrachten Sie es als Beförderung) wird selbst 10-jährigen nur ein müdes Lächeln entlocken.
Das zweite inhaltliche Manko sind die selbst für Comics extrem vielen und gravierenden Fehler und Unklarheiten. Was der Sturm mit dem Genpool zu tun hat und die absolut lächerlichen wissenschaftlichen Erklärungsversuche werden wohl Geheimnis des Regisseurs bleiben.
Technisch bietet der Film dasgleiche Desaster. Die Effekte lassen streckenweise den unerträglichen Wing Commander gut aussehen und der ist auch nicht mehr der jüngste. Die Actionszenen (Extremsport!!!) sind peinlich und fade. Atmosphäre kommt sowieso nie auf. Der schwache Score, die dilletantische Regiearbeit und die schlechten oder unmotivierten Schauspieler töten jeden Ansatz im Keim. Schade um Jessica Alba und Julian McMahon, die weit unter ihren Möglichkeiten bleiben und sich wohl vor allem über den Gagenscheck gefreut haben.
Was die Produzenten (Eichinger) geritten hat den Regisseur des schon furchtbaren "New York Taxi" für solch ein mammutprojekt zu verpflichten werde ich wohl nie verstehen.

Fazit:
Bis jetzt die Enttäuschung des Jahres! Ein Musspunkt und nicht einmal den hat der Film verdient.

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