Es ist sehr interessant zu sehen, wie diese Filmpräsenz die Kritiker spaltet. Die einen sind regelrecht begeistert und haben sich vom Popcornkino anstecken lassen, die anderen zerreissen ihn total. Beides ist mir zu extrem. Verglichen mit allen anderen Comicverfilmungen seit 2000 gehört FF mit Elektra sicher zu den Schwächsten im Genre. Alles wirkt sehr gestrafft, die Handlung -sofern man wirklich eine erkennen kann- rast unaufhaltsam ins Ziel, bevor man überhaupt weiß, was Sache ist. Dafür, dass es -wie bei einigen anderen Comicverfilmungen- das sogenannte Prequel darstellt, sprich ...wie alles begann, wird es zu schnell abgehandelt. Für einen Superheldenspecial-effectsfilm gibts verhältnismässig wenig Einsatz der Superkräfte, die meiste Zeit werden dem Zuschauer ein Oneliner nach dem anderen um die Ohren gehauen, manchmal zu viel des Guten, nervig, aber manchmal paßt es auch, hält sich in etwas die Waage. Die Charakterzeichung ist nicht gerade die ausgefeilteste, die nervigste, arroganteste Rolle hat nicht mal der sogenannte FIlmbösewicht McMahon (mit der falschen deutschen Stimme) als Mischung aus Sith und Terminator;), sondern die menschliche Fackel Chris Evans. Auch wenn das wohl so beabsichtigt war, ging es ein wenig zu weit. Jessica Alba, die sich unsichtbar macht und Energieschilde produziert, sieht zwar wie immer nett aus, aber diskutiert die ganze Zeit mit ihrem Ex-und-jetzt-wieder-Freund, der den Hauptwissenschaftler mimt und seit dem "Unfall" sehr "flexibel" geworden ist. Unser Felsbrocken sieht aus wie ein Golem, ohne Kostüm ist er für mich ein kleiner Bruce Willis. Gehört zu vielen Ungereimtheiten in der Story, dass er sich als einziger nicht mit eigener Kraft zurückverwandeln kann. Fair ist das nicht. Die Effekte gehen soweit in Ordnung, auch wenns nicht ganz so viele waren, wie ich erwartet hätte. Das Ende kommt dann auch ziemlich abrupt, aber wesentlich überzeugender als das Krieg-der-Welten-Desaster. Also Storyansprüche und nach Logik fragen darf man hier nicht, aber man wird soweit gut unterhalten, auch wenn der Film unnötig durch Klischees manchmal in die Albernheit abdriftet. Ein wenig überzeugender Real-Comic, der aber wenigstens zu unterhalten weiß, keine wirkliche Katastrophe, aber trotzdem höchstens Mittelmaß, mit 5/10 kommt er mit 1 1/2 blauen Augen davon.