Da heutzutage ja alle Marvel-Comichelden ihren Weg auf die Kinoleinwand finden, dürfen auch die "Fantastic Four" nicht fehlen. Doch da Hollywoods Superheldenverfilmungen auch schon einige Rohrkrepierer offenbahrten, sollte man vor diesem Film zweierlei Dinge nicht machen: 1. Erwartungen setzen, einen ernsthaften Film präsentiert zu bekommen und 2. einen ernsthaften Film erwarten.....
Wenn man sich die Grundgeschichte zu Gemüt führt, dann kloppt man sich schon freiwillig Nägel in die Füße - aber Comics haben ja nun seltsame Heldenentstehungsgeschichten. Nun ja, die "Fantastic Four" eben eine sehr seltsame.
Zur Story: Professor Reed Richards (Ioan Gruffudd) will die Chance seiner wissenschaftlichen Laufbahn wahrnehmen, die er kein zweites Mal bekommt. Mithilfe eines nah an der Erde vorbeiziehenden kosmischen Sturms will er die Evolutionsgeschichte der Erde entschlüsseln. Doch dazu benötigt er mächtig finanzielle Unterstützung. Diese sucht er bei seinem ehemaligen Studienkollegen Victor Von Doom (Julian McMahon), einen finanzstarken Konzernchef mit hauseigener Weltraumstation. Der willigt ein unter der Bedingung 75% des möglichen Gewinns der Forschung zu bekommen. Zusammen mit seinem Kollegen Ben Grimm (Michael Chiklis), seiner Ex und jetztigen Forschungsleiterin und Liierten von Von Doom Sue Storm (Jessica Alba), ihrem Bruder Johnny Storm (Chris Evans) und Von Doom selbst geht es zur aufregenden und gleichzeitig gefährlichen Mission. Oben angekommen, gerät das Unterfangen kräftig ausser Kontrolle, der Sturm kommt viel früher als geplant und alle fünf werden den Strahlungen ausgesetzt. Zurück auf der Erde bemerken sie alsbald, das sie neue Kräfte besitzen, nur Von Doom scheint nichts ab bekommen zu haben. Scheinbar....
Man versucht natürlich diese Kräfte zu analysieren und auch ein Gegenmittel zu finden, vor allem für Ben wird die neu gewonnene Fähigkeit zur Qual, veränderte sie doch vollständig sein Äußeres. Lediglich Johnny scheint daran Gefallen zu finden. Und als die Vier nach einer superben Rettungstat zu gefeierten Helden werden, schlägt das vor allem Von Doom auf dem Magen. Erst geht seine Firma nahezu kaputt durch die missglückte Mission und jetzt avancieren die Missionsmitstreifer zu Volkshelden. Es liegt natürlich auf der Hand, das Von Doom von nun an alles tut um die "Fantastic Four" zu neutralisieren und sich selbst wieder in den Mittelpunkt zu rücken...
Auch wenn es sich nach viel Inhalt anhört, geboten wird nichts mehr als eine kindgerechte Heldenstory ohne Tiefgang oder Sinn und Verstand. Hauptsache alles ist bunt und farbig und farbig und bunt. Und lustig. Und natürlich mit Action, kindgerecht selbstredend.
Falls man hier vorhatte ein Sahnebonbon eines kindgerechten Comicheldenfilms zu schaffen, dann ist dies hier ohne jeden Zweifel gelungen. Sollte der Film aber als ernsthafter Konkurrent zu "Batman", "X-Men" oder "Spider-Man 2" geplant worden sein, dann wird Holland eher zum Ferienparadies für Hobbybergsteiger, als das dies hier zutrifft.
Gut, bei den Leistungen der Schauspieler gibt es nicht wirklich was auszusetzen. Es werden zwar keine außergewöhnlich guten Darbietungen geboten, aber für hier reicht das Gespielte allemal.
Effektmäßig kann "Fantastic Four" punkten, die Effekte sind allesamt technisch gut umgesetzt und zeitgemäß. Lediglich das Gedehne von Reed wirkt zu künstlich und ist von den Effekten her am schwächsten realisiert.
Das eigentliche Hauptproblem des Films ist nicht die inhaltlich schwache Story mit den eigentlich nur zwei großen, technisch hervorragend inszenierten Actionszenen, sondern das permanente Rumgewitze. Wie gesagt, wenn man hier die Ernsthaftkeit eines "X-Men" erwartet, der zwar auch seine lustigen Momente hatte, diese aber bewußt einzusetzten vermochte, dann wird man mit Sicherheit arg enttäuscht werden, da die Witze hier nicht nur fließbandartig präsentiert werden, sondern zudem noch flach Holland sind. Erwartet man wie ich lediglich ein kurzweilig unterhaltsames Comicactionfilmchen für Zwischendurch, dann werden die Witzchen vielleicht auch ankommen, da man solch niedrig niveautierte Drehbuchkunst erwartet und sich darauf einstellt.
Bei "Fantastic Four" ist die persönliche Erwartungshaltung vor dem Film besonders wichtig. Wer einen Film wie "X-Men" oder "Batman" erwartet, der sollte tunlichst vermeiden diesen Streifen zu schauen um einer argen Enttäusch vorzubeugen. Wer jedoch nichts gegen sinn -und logikfreie, inhaltslose, oberflächige und maßlos übertriebene unlustig-lustige Witzchen samt etwas Action und viel buntem Drumherum hat, dem kann man "Fantastic Four" bedenkenlos empfehlen.
So sei es, denn auch Trash kann mal unterhaltend sein, deshalb 6 von 10 Punkten.