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Zur Abwechslung gibt es hier mal wieder eine Comicadaption aus dem Hause Marvel! Öfter mal was neues eben und trotzdem irgendwie wohl bekannt im Nachgeschmack von Erbrochenem. Was man uns hier wieder auftischt ist an überragenden Innovationen schier unübertrefflich:

Aus alt mach neu in ganz schlecht! Sklavisch ergeben, jenem Werke aus dem Hause des Herrn Stan Lee macht sich ein Fünfköpfiger Beziehungs- und Familienbetrieb auf die Reise ins Weltall zu unternehmen. Ferner sei festgehalten: Es sind nicht die Jackson Five! Obwohl, in der Fähigkeit dem Rezipienten auf den Wecker zu gehen tun sie sich nicht wirklich viel! Nach dem großen Knall im All ( Nicht der Franzmann-Eros-Animations-Klamauk!) macht sich Unmut breit, da bedingt durch feine neue Wunderkräfte der Finanzier von Peterchens Mondfahrt gegen sein ehemaliges Columbia-Quintett Aggressionen schiebt, dass selbst Maskenrapper Sidos Wohnblock wie eine Ansammlung netter Gesellen anmuten mag. Wie sich das nun auf den Sehnerv auswirkt?

„F4“ ist ja nicht nur die Funktionstaste auf dem Keyboard, sondern kann nach dem fragwürdigen Genuss dieses Filmchens hier auch getrost als Pseudonym der Bierbüchse der Pandora angesehen werden. Ich rolle das mal kurz etwas auf:
Ich persönlich mochte ja als kleiner Scheißer die Comic-Hefte um die Abenteuer des Vierers und deren Dauerzwist mit Dr. Doom. Die Idee einer Verfilmung um Marvel’s Rentnertruppe lag ja schon lange in diversen Schreibtischschubladen und Ende der 90er kurbelte Bernie Eichinger mit dem Corman-Trupp eine Billigversion herunter um die Filmrechte des Stoffes nicht zu verlieren. Das fertige Werk verschwand glücklicherweise in den dunkelsten Ecken der Archive. Was jetzt die 2005er Version der kosmischen Kampfkrüppel angeht, so gebärdet sich diese wie eine durchzechte Nacht im Bürgerschützenfestzelt! Man stelle sich vor, dass Adaptionen wie X-Men oder Spider-Man dem Besuch eines Pink Floyd-Konzerts gleichen und lege das mal als Schablone an. Bei der Mär um Mr. Fantastic und Konsorten erlebt man Weltstars wie Jürgen Drews oder Wolfgang Petry und kann sofern man besoffen oder dumm genug ist auch herzhaft im Gute-Laune-Pool mitschunkeln. Hach, wie viel Spaß haben wir da wenn „Johnny the Torch“ in eine grilled chicken Burger King Reklame knallt!! Wie rollen wir uns ab wenn Dr. Doom Macht geil findet. Das Bierzelt jodelt schier bei so viel Entertainment aus dem Scheißhaus des Frohsinns und der Mottenkiste des Niveaus. Doch halt! Nicht alles ist hier grenzdebil oder schlichtweg asozial zu begaffen! Neben der galanten und unauffälligen Werbung für die X-Box ( spitzen In-Gag ist das ja schon!) und Ben Grimms Nike-Tretern in 54 ,gibt’s sogar zwei lustige Gastauftritte von Leuten die man sogar mal mochte: Stan Lee und Lemmy schauen kurz vorbei! Sei noch dem Casting-Leuten des abstoßendem Streifens was verraten: So ganz weiß ich das ja nicht, aber wäre es möglich, dass Charaktere aus der Marvel-Schmiede zumeist interessant sind, da sie gebrochene Helden sind? Wäre es da nicht sinnvoller gewesen sympathische Akteure in die Rollen schlüpfen zu lassen, anstatt einem Rudel von Gesichtern die Möglichkeit zu eröffnen das Publikum in jeder Sekunden anzukotzen? Wenn et sein muss sing ich überm Pisspott, meine Damen und Herrn!

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