Review

"Fantastic 4"

Großartige Effekte, Oscarreife Darsteller-Leistungen, eine durchdachte Handlung mit viel Gefühl und tragikomischen Elementen, all dies kulminiert auf revolutionäre Art und Weise in dieser "Comic"-Verfilmung.

Falsch gedacht!

"Fantastic 4" will unterhalten und das gelingt diesem Film recht erfolgreich. Was erwartet man, denn auch bei einer Comic-Verfilmung, bei denen Charaktere mit den Namen "Sue Storm" und "Victor Von Doom" Spitznamen erhalten, die "Invisible Girl" und "Doctor Doom" lauten.
Nicht Viel!

Die Handlung ist hauchdünn, die Charaktere vielmehr Karikaturen und nach Logik sucht man vergebens. Plot-Holes so groß, wie Meteoriten-Krater sind dabei das kleinere Übel, wären doch nur nicht 90 % aller Comicfilm-Klischees mit eingebracht worden. Und trotzdem versprüht der Film auf eine befremdende Art und Weise einen gewissen Charme aus. Vor allem bei den Interaktionen zwischen den "Fantastic 4", bei denen man schon mal mit Feuerbällen beworfen wird oder teure Edel-Karossen zu handlichen Fußbällen zusammengepresst werden.

Genau dieser mittlere Film-Teil, der sich mit dem Alltagsproblemen der Superhelden, den Reaktionen der Bevölkerung auf und dem Medien-Interesse an diesen außergewöhnlichen Mutanten beschäftigt, ist der stärkste. Es macht einfach Spass zuzuschauen, wie süffisant hier mit Klischees herumhantiert wird und man bei einigen Szenen auch mal lauthals lachen muss.
Denn wann hat man die Gelegenheit zuzuschauen, wie eine Superheldin von einer Horde irrer Fans verfolgt wird?
Schließlich müssen ja "Spider-Man" und Co. im geheimen interagieren, die fantastischen Vier sind jedoch Publikums-Lieblinge bei allen Zielgruppen.

Leider gibt’s ja auch den obligatorischen Bösewicht, der besiegt werden muss, und ab da an wird’s wieder öde. Da erkennt man auch wieder, dass es sich bei „Fantastic 4“, doch nur um eine Reißbrett-Produktion der Marke „Comic-Verfilmungen sind in!“ handelt. Da helfen auch die charismatischen Hauptdarsteller Jessica Alba, Ioan Gruffudd und Chris Evans nicht, wenn im vorhersehbaren 08/15-„Happy End“ der Steinklotz „The Thing“ plötzlich doch nicht mehr Mensch sein will, weil er ja eine blinde (und außergewöhnlich gutaussehende) Freundin gefunden hat. Vom „To Be Continued“-Epilog will ich erst gar nicht reden.

Weniger „fantastische“ 04 von 10 Punkten.

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