"Nur weil man anders ist, ist man nicht weniger Wert."
Anhand dieses Zitats könnte man denken "Fantastic Four" wäre eine anspruchsvolle Comicverfilmung. Dem ist aber nicht so.
So wie die meisten anderen massenmärktlichen Superheldenverfilmungen steht der Unterhaltungsfaktor im Vordergrund. Im Vergleich zur Konkurrenz schneidet das Quartett aber wesentlich schlechter ab.
Bereits die Special Effects sind sehr durchwachsen. teils recht ansehlich, teils sehr künstlich anzusehen und allenfalls guter Durchschnitt aber in keinem Fall spektakulär.
Einige Szenen sind extrem schnell geschnitten, wirken dadurch unübersichtlich und verursachen Schwierigkeiten beim Folgen der Handlung oder Action.
Die Logik bleibt an einigen Stellen sehr auf der Strecke. OK, in einem Comic ist dies für gewöhnlich zu vernachlässigen. Wenn sich aber eine Heldin unsichtbar macht um bei einer Polizeiabsperrung ungesehen hindurch zu kommen und plötzlich auch alle weiteren Helden hinter dieser Absperrung stehen, halte ich dies schon für mehr als komisch.
Von der Story ist nicht viel zu erwarten, Überaschungen gibt es keine.
Mir persönlich kommen die Hauptcharaktere viel zu schnell mit ihren neuen Fähigkeiten zurecht. Das Erstaunen und die Angst davor fehlt mir ebenso die Spielerei mit diesen neuen Fähigkeiten. Dies macht ein "Spiderman" wesentlich besser.
Allgemein fehlt die Sympathie zu den Charakteren. Die Schauspieler geben sich in dieser Richtung nicht besonders viel Mühe ihre "Alter Egos" den Zuschauern näher zu bringen. Bereits das Drehbuch lässt kaum Möglichkeiten die Charaktere weiter auszubauen. Einzig Michael Chiklis als Ben Grimm alias The Thing hat hier ein paar Passagen, wo er seiner Figur einen melancholischen Anstrich verpassen darf.
Für Action sorgen leider nur zwei Situationen: Ein Massencrash auf einer Brücke und die schlussendliche Konfrontation zwischen Dr. Doom und den fantastischen vier. Diese vermögen durchaus zu unterhalten, stillen aber nicht den Hunger nach mehr.
Größter Schwachpunkt ist der ständige, und auf Dauer nervende, alberne Humor. Sprüche wie "Mann, sind sie heiß!", "Oh, danke, sie aber auch!" die bei einer ärztlichen Kontrolle zwischen Johnny, "Die menschliche Fackel", Chris Evans und einer Krankenschwester fallen, und tatsächlich einen "ernsten" Hintergrund haben, lasse ich mir ja noch gefallen. Die ständigen Kommentare zu irgend einer x-beliebigen Situation fallen aber nervig auf und man erwischt sich dabei zu denken: "Halt deinen Fresse und mach weiter."
Unter dem Strich ist zu sagen, dass man sich "Fantastic Four" durchaus ansehen kann wenn man Comicverfilmungen mag, aber nicht zuviel erwarten sollte. Es gibt keinerlei Innovationen, alles war in irgendeiner Form schonmal da. Viele gute Ansätze sind vorhanden werden aber leider nicht konsequent fortgeführt. "Fantastic Four" möchte vieles sein, ist aber im Endeffekt nur leichte Popkornunterhaltung.
3 / 10