Reed, Ben, Susan und ihr Bruder Johnny sind vier Wissenschaftler die im Weltall einen gewaltigen Energiestrom untersuchen wollen. So fliegen sie mit Victor von Doom der das Projekt finanziert ins All, wo sie aber aufgrund eines technischen Defekts einem hochenergetischen, kosmischen Sturm ausgesetzt sind und eine radioaktive Wolke ihre DNA verändert. Zurück auf der Erde, bemerken die Vier bald die Auswirkungen der Strahlung denn nun haben alle plötzlich fantastische Superkräfte. So kann Susan sich z.B. unsichtbar machen und ein gigantisches Kraftfeld erzeugen. Johnny gewinnt die Fähigkeit sich in Feuer zu verwandeln und zu fliegen. Reed wird zu einem Gummimenschen der sich meterweit dehnen und verbiegen kann. Nur Ben hat es härter getroffen denn der mutierte zu einem versteinerten Ding mit übermenschlicher Stärke.
Ich bin sicher kein großer Fan der momentanen Flut an Comicverfilmungen. Bis auf die neuen Batman Varianten und den X-Men ist da meiner Meinung nach nicht wirklich viel brauchbares bei rumgekommen, aber selbst da ist Fantastic Four noch am unteren Ende der Liste der Multi-Millionen Blockbuster deren Ursprung aus umblätterbaren, gezeichneten Quellen stammt angekommen.
Das geht schon bei den zentralen Charakteren los. Die Heleden Reed und Susan sind völlig austauschbare Schöngesichter, deren ewiges Liebesgeturtel und ewiges Geschmalze mir so noch mehr auf den Keks gehen, als aufgeblähte Love Stories ohnehin schon. Auch der Antagonist van Doom verbreitet alles andere als den Schrecken eines Darth Vader, bleibt auch weitgehend blass. Die einzigen Figuren die Interesse wecken konnten, waren dann nur noch die menschliche Fackel Johnny übrig, auch wenn er ein egozentrisches Großmaul ist, und der wandelnde Steinhaufen Ben. Die Dialoge der beiden verbreiten zumindest gelegentlich den Humor, der versucht wird im ganzen Film übermäßig zu etablieren, es aber meist nur zu platten Onelinern ohne bleibende Wirkung schafft.
Dazu kommen noch große Schwächen im Drehbuch. So etwas wie eine durchgängige Story ist lediglich in Ansätzen erkennbar. Mehr Wert wurde da auf die Dialoge gelegt und hier wird gemenschelt das es scheppert. Also ehrlich, wenn ich mir einen Film wie Fantastic Four oder ähnliche einwerfe, dann erwarte ich coole Helden mit Cape und Strumpfhosen, die einen übermächtigen Bösewicht von der Weltherrschaft abhalten. Wenn es mich nach romantischen Dialogen drängt (Gott bewahre) gehe ich zum großen Liebes-Event-Movie zu RTL, aber bitte nicht beides auf einmal.
Wer darunter etwas leiden muß ist klar. Action im eigentlichen Superheldensinne konzentriert sich auf den Unfall auf der Brücke und den Showdown im vier gegen ein Handicap Match. Diese ist zwar ordentlich gemacht mit sehr guter CGI, lenkt aber nur bedingt vom sonstigen Dialoggewitter ab. Zumindest dahingehend ist der zweite Teil deutlich ausgewogener. Insgesamt war es aber ein harter Kampf sich durch die Laufzeit zu quälen, eine CD der fantastischen vier aus Stuttgart macht deutlich mehr Spaß.
3/10