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Episode: "Casino Royale"

Bevor die Filme um den britischen Agenten mit der Lizenz zum Töten ein weltweiter Erfolg wurden, hatte dieser von Autor Ian Fleming geschaffene Charakter seinen ersten Auftritt innerhalb der Serie „Climax!“ im US-amerikanischen TV. In dieser bei CBS ausgestrahlten Reihe wurden im wöchentlichen Rhythmus verschiedene Geschichten gezeigt, manche sogar live. In der ersten Staffel kam es so zu Bonds erstem Einsatz auf der Mattscheibe.

Dabei handelt es sich um eine eher wenig werkgetreue, weil auf fünfzig Minuten gestutzte Teilverfilmung des Romans „Casino Royale“. Diese beschränkt sich auf den Aufenthalt im titelgebenden Casino, in welchem Bond (Barry Nelson) gegen den sowjetischen Agenten Le Chiffre (Peter Lorre) Karten spielt. Genauer gesagt Baccara, um Le Chiffre das Geld für seine weiteren Operationen abzuknöpfen.

Man braucht sich hier keinen Illusionen hingeben. Die Verfilmung wirkt altbacken, die Darsteller sind nicht wirklich charismatisch und einen ausgefeilten Spannungsbogen sollte man nicht erwarten. Es war eben eine Episode für eine Anthologieserie aus den 1950er Jahren und genau das bekommt man auch. Dazu wurde Flemings Buch natürlich ziemlich eingedampft und auf einen kleinen Ausschnitt beschränkt.
Hier ist Bond nicht mal Brite und darf sich von anderen auch mal mit „Jimmy“ ansprechen lassen. Felix Leiter heißt hier mit Vornamen Clarence und aus Vesper Lynd wird Valerie Mathis. Da wurde also einiges durcheinandergewürfelt, um an den US-amerikanischen Markt angepasst zu werden. Weniger passte Nelsons Anzug, so stilvergessen durften die späteren Inkarnationen nicht mehr rumlaufen. Auch seine Darstellung hat keine Eigenheiten, er bleibt eher blass. Peter Lorre als Gegenspieler kann auch nicht sonderlich glänzen und Linda Christian muss hauptsächlich gut aussehen. Dramaturgisch ist das Sparflamme und auch die technische Ausführung des Dreiakters ist eben den Produktionsumständen geschuldet.

Für Komplettisten empfehlenswert, weil eben Bonds erster Auftritt in einer Verfilmung des Stoffs, der es 1967 und 2006 noch mal auf die Leinwand schaffte. Kein spannender Reißer, eher plätscherndes Theater für Röhrenfernseher der 1950er Jahre.

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