Wong Po ist die ganz große Nummer in der Unterwelt von Hongkong. So groß, dass er aussagewillige Zeugen auf dem Weg zum Gericht einfach plattfahren lassen kann, ohne dass ihm etwas passiert. Inspektor Chung hat diesen schrecklichen Crash vor mehreren Jahren überlebt, und lebt seitdem dafür, Wong Po ans Messer zu liefern. Jetzt steht er einen Tag vor der Pensionierung, sein Nachfolger, Inspektor Ma, lernt gerade das Team kennen, und Wong Po ist immer noch auf freiem Fuß. Eine Nacht hat Chung noch Zeit, und diese Nacht will er nutzen. Zusammen mit seinen Leuten, die mit ihm durch dick und dünn gehen (was zu lesen ist als: Seine Leute sind jederzeit bereit, für ihn zu töten), muss Wong Po endlich erledigt werden. Aber wo wird Inspektor Ma stehen? Der einen Verdächtigen auch schon mal zum Krüppel schlägt, aber sonst eigentlich einen furchtbar normalen Eindruck macht. Nun ja, Inspektor Ma hat keine große Wahl: Entweder sind seine Leute für oder gegen ihn. Und dann rennt da auch noch ein weiß gekleideter Killer durch die Stadt, der Chungs Männer einen nach dem anderen absticht und in kleine Stücke schneidet. Sieht nach einer sehr langen und sehr blutigen Nacht aus …
Inspektor Ma wird von Donnie Yen gegeben, und damit sollte eigentlich alles klar sein: Der Mann gibt nicht so schnell auf, egal wie lang, hart und blutig die Kämpfe sind. Die Kampfkünste Yens sind natürlich atemberaubend, aber angenehmerweise ist der Film trotzdem nicht rund um seine Fights herumgestrickt worden. Die eigentliche Hauptfigur ist Simon Yam als Inspektor Chung, und damit steht das Menschliche vor dem kämpferischen Aspekt, ist Yam doch bekannt als erstklassiger dramatischer Darsteller.
Und mit diesen Voraussetzungen steht dem Vergnügen eigentlich nichts mehr im Weg. Yam sorgt für die eigentliche Geschichte und den Intellekt, Yen für die blauen Flecken, und damit kann sich eine Story entfalten, die zu Beginn zwar einige Male wild hin und her hüpft, aber irgendwann dann mal in die Spur kommt und ordentlich rockt. Im Eifer des Gefechts werden zwar immer wieder Handlungselemente angerissen und wieder fallengelassen (so sorgt etwa Chungs Hirntumor zu Beginn zwar für einen Schockmoment, wird danach aber nie wieder thematisiert), aber die Kernaussage wird eisenhart durchgezogen: Wong Po muss in den Knast, egal wie. Das klappt auch, aber durch die Fehler der Polizisten kommt er auch wieder raus und will jetzt ebenfalls aufräumen. Aus diesem Grund schickt er seinen Killer los, und das Showdown aus Yen und diesem Killer einerseits und Yen und Sammo Hung andererseits lässt kein Auge trocken. Der doppelte Magenschwinger zum Ende macht auch ordentlich was her, und zum Schluss herrscht zumindest auf dieser Seite des Bildschirms eitel Freude und Sonnenschein ob des gelungenen Actions-Abends. Auch wenn KILL ZONE SPL niemals an die Klassiker des HK-Kinos herankommen wird, und auch wenn das pathetische Dauergenudel auf der Musikspur schnell furchtbar nervt, so kann mit diesem Film doch eine Menge guter Laune garantiert werden.