Ein Highschool-Film über die Kinder von Superhelden, die (hoffentlich) ihre eigenen Fähigkeiten entdecken und geschult werden müssen, das klingt nach Stoff für eine wirklich amüsante Spielerei mit den Regeln der Superhelden, aber wenn dann der Name Disney ins Spiel kommt, wittert der Fachmann ggf. sofort den Fluch ähnlicher Produkte aus den 60er und 70er Jahren, als die Familienformel breitgetreten und totgeritten wurde, sich aber bis zur TV-Film-Schwemme des Studios in den letzten 20 Jahren beständig hält.
Und ja, wirklich zufriedenstellend ist auch „Sky High“ nicht ausgefallen, obwohl der aufgewandte Produktionsstandard enorm ist und sich der Film allein durch seine vermittelte Geschwindigkeit auf der Spur halten kann. Wirklich originell ist das Ergebnis jedoch nicht.
Denn hier wird zu sehr auf Sicherheit gespielt, endlose High-School-Klischees amerikanischer Bauart werden rekapituliert und auf die neuen Verhältnisse angewandt.
Angesehene Schüler und Nerds teilen sich auf der „Sky High“ auf in angehende Superhelden und Superheldenhelfer, die natürlich alle gescheiterte, traurige Existenzen sind, auf wenige, überflüssig scheinende Qualitäten angewiesen, die sich, natürlich, im Showdown als entscheidend erweisen.
So kann man den Film von A-Z schon bei Beginn vorhersagen, wenn Will, Sohn der berühmtesten Superhelden des Planeten, noch ohne Superkräfte auf der Schule erst mal in der Außenseiterposition ankommt und mit den Nerds anbandelt, dann jedoch zum Sohn seiner Eltern wird und seine Freundschaften und Ideale im Hormon- und Kräfterausch vergißt.
Das ist jetzt nicht unbedingt platt, aber eben auch nicht wahnsinnig neu und der Subplot um die Rache eines ehemaligen Schülers, der die Schule abstürzen und sämtliche Helden vernichten lassen will, bleibt stark unterentwickelt und bis kurz vor Schluß eigentlich nebensächlich. Stattdessen gibt es Parties, vergessene Freunde, viel Herzschmerz, einen Konflikt mit einem Mitschüler, der Sohn eines Superschurken ist (Konfliktpotential) und eben reichlich Spezialeffekte aufgrund der Superfähigkeiten, die die abgedroschenen Handlungselemente flott und munter aufpeppen.
Die Kids spielen adäquat und in den Erwachsenennebenrollen können sich Kurt Russell und Kelly Preston behaupten (neben einem wie immer witzigen erweiterten Cameo von Bruce Campbell als ekliger Sportlehrer mit sehr lauter „Sonic“-Stimme), aber das Ergebnis ist irgendwie nett und harmlos und kann wie so viele andere Schulfilme ganz nebenbei genossen werden, ohne daß es beim Bügeln weh tut.
Wenn man sich dann an den zahlreichen Superheldenreferenzen und –regeln festhalten möchte, macht der Film durchaus Vergnügen, ist dann aber doch eher eine gefühlte Blaupause für eine mögliche Fernsehserie als die glänzend-abseitige Variante genau der Genres, die hier parodiert werden sollten. Mit Milch und Keksen im Nachmittagsprogramm: 6/10.