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Jahre nach ihrem Abenteuer mit dem bombenbewehrten Bus hat Annie (Sandra Bullock) ihren einstigen Retter Jack verlassen und führt ein ruhiges Leben mit ihrem neuen Liebhaber Alex (Jason Patric). Als die beiden jedoch eine Kreuzfahrt unternehmen, geraten sie erneut in große Schwierigkeiten: Ein Psychopath (Willem Dafoe) bringt das Schiff unter seine Kontrolle, um sich dafür zu rächen, dass er einst gnadenlos gefeuert wurde. Doch er hat die Rechnung ohne Annie und Alex gemacht.

Im Grunde ist es schon verwunderlich, dass sich die Produzenten angesichts des großen Erfolgs von "Speed" drei Jahre Zeit mit der Fortsetzung ließen. Falls man jedoch erwartet, dass diese lange Pause der gründlichen Vorbereitung eines qualitativ hochwertigen Sequels diente, sieht man sich getäuscht. Denn wirklich überzeugen kann "Speed 2: Cruise Control" nicht. Zwar kann es dem Film noch verziehen werden, dass genrebedingt die Figurencharakterisierungen auf einem ziemlich flachen und klischeehaften Niveau bleiben, aber das einfallslose Drehbuch, das alte Ideen möglichst neu und aufregend umschreibt, enttäuscht. Außerdem ist der Großteil der Dialoge äußerst platt gehalten.

Was die Action angeht, gibt es eine gigantische Tankerexplosion und ein ebenso spektakuläres wie originelles Finale zu sehen. Ansonsten bleibt es aber auch hier eher harmlos. Da es offensichtlich nicht möglich ist, ein riesiges Kreuzfahrtschiff so dynamisch und schnell herumbrausen zu lassen wie einen Bus, konzentriert sich Regisseur Jan de Bont von Anfang an eher auf (teilweise zu) schnelle Schnitte als echte Action, was allerdings nach einiger Zeit nur zu einem leichten Schwindelgefühl führt. In dieser Hinsicht wird klar, dass der Film mit seinem Vorgänger im Grunde nur den Titel gemein hat. Und darüber hinaus merkt man Charakterdarsteller Willem Dafoe an, dass er in seiner Rolle deutlich unter seinen schauspielerischen Leistungsmöglichkeiten bleiben muss.

Zugegebenermaßen schafft es die letzte halbe Stunde dann doch, packende Spannung aufzubauen. Und eine ganze Reihe von netten Gags und witzigen Verweisen auf den ersten Teil (etwa wenn am Ende der Mann auftaucht, dem Keanu Reeves damals das Auto zu Schrott fuhr, um in den Bus zu gelangen, nur um sich diesmal das Boot stehlen zu lassen) lockern die Atmosphäre auf. Das ist auch nötig - denn ernst nehmen kann man diesen Actionreißer von der Stange sicherlich nicht.

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