In Zeiten, in denen ein fader „American Pie“-Abklatsch nach dem anderen seinen Einzug ins Kino feiert, wirkt „La Boum – Die Fete“ wie ein Unikat, das auf pubertäre Spielereien ganz verzichtet und stattdessen ein einfühlsames Bild einer jungen Teenagerin vermittelt.
Vic (Sophie Marceau) ist gerade mal 13 und zum ersten mal verliebt, in Mathieu, einem Jungen von ihrer Schule. Die einzige, die ihr mit Rat und Tat zur Seite steht, ist ihre Großmutter, denn auf ihre Eltern kann sie sich nur selten verlassen. Für ihren Geburtstag plant Vic ihre erste große Fete, auf der es endlich mit Mathieu klappen soll...
Es ist schon erstaunlich, wie man so viele Probleme, die eine Heranwachsende so beschäftigen, in einem einzigen Film unter den Hut bringen kann und dabei nie mit einem erhobenem Zeigefinger den Moralapostel raushängen lässt. „La Boum“ ist eine Demonstration dafür, wie man mit viel Geschick und Einfühlungsvermögen eine Geschichte bodenständig, aber durch zahlreiche Identifikationsmöglichkeiten dennoch kurzweilig und mitreißend erzählen kann, ohne ins Klischeenäpfchen zu treten, das alles mit einem nicht gerade überraschenden, aber grundsoliden Drehbuch.
Natürlich trägt die unwahrscheinlich süße Sophie Marceau, in die Anfang der Achtziger wohl jeder Junge verschossen war, der den Film gesehen hat, dazu einen nicht unerheblichen Teil bei. „La Boum“ war der Beginn ihrer großen Karriere und vielen ist sie bis heute als liebenswerte Vic in Erinnerung geblieben.
Man sollte die Achtziger schon mögen, um den Film richtig gut zu finden, ansonsten wird sich manch einer spätestens ab der dritten Tanzszene zum schnulzigen „Reality“ und den grellen Party-Farben vom Bildschirm abwenden.
Meiner Meinung nach eine der am ausgewogensten und einfühlsamsten erzählten Geschichten über das Erwachsenwerden, für Jungs und Mädels gleichsam geeignet.