Review

Vielleicht schon ein wenig verstaubt, ist  "La Boum. Die Fete - Eltern unerwünscht" dennoch ein wundervoller Film über das Erwachsenwerden, die erste Liebe und all die Probleme, die Jugendlichen in der Pubertät begegnen können. Und das ganze gelingt, ohne dass der Film in Klamauk und Kitsch abrutscht oder ein moralischer Zeigefinger bemüht wird.

Vielleicht ist das der Grund, warum der Film damals so erfolgreich war und er auch mir inzwischen Fünfzigjährigen weiterhin gefällt und sich beim erneuten Ansehen, die gleiche Stimmung wie beim ersten  Mal einstellt. Dass er auch für die Generation der 2000er noch interessant zu sein scheint, zeigt sich, wenn ich ihn mit meinen Kindern sehe und sie immer noch mitfiebern bzw. an bestimmten Stellen nicht mehr hinschauen mögen, da das Geschehen auf der Leinwand ihrem eigenen Erleben zu nahekommt.

Erzählt wird die Geschichte der dreizehnjährigen Vic, die mit ihren Eltern von Versailles nach Paris zieht. Hier muss sie sich erst zurechtfinden, findet aber in Pénèlope schnell eine gute Freundin, die ihr insbesondere in "Liebesdingen" zur Seite steht und das ist bald nötig, verliebt sich Vic doch in Mathieu, den sie auf einer Party kennenlernt. Die beiden gehen bald darauf miteinander, bis Vic feststellen muss, dass Mathieu auch eine Beziehung zu einem anderen Mädchen hat.
Ihre Eltern können der unglücklichen Vic nicht beistehen, haben sie doch selber Probleme, steht doch die Ehe nach Affären des Vaters und der Mutter vor dem Aus. Da bekommt Vic Unterstützung von ihrer lebenslustigen Großmutter, die ihr insbesondere hilft, eine Fete (La Boum) zu organisieren, auf der es zur Versöhnung mit Mathieu kommen soll. Die Fete soll gleichzeitig Einstands- und Abschiedsfeier sein, denn kurz vor Ende des Films beabsichtigt Vics Mutter, mit ihrem Liebhaber in den Urlaub zu fahren. Aber zum Glück kommt alles anders und führt zu einem fast nicht kitschigen Happy End.

Als Schauspielerin der Vic erleben wir hier die junge Sophie Marceau, in ihrer ersten großen Rolle, die ihr zum Durchbruch verhilft. Auch die Eltern (Claude Bresseur und Brigitte Fossey) sowie die Großmutter (Denise Grey) werden von gut aufgelegten und einfühlsam spielenden Schauspielern verkörpert, so dass man (vor allem als Teenager) immer ganz im Geschehen ist und seine eigene Lebenswirklichkeit widergespiegelt bekommt.

Diese einfühlsame Widerspiegelung der Lebenswirklichkeit pubertierender Jugendlicher macht den Film auch heute noch sehens- und liebenswert. Hinzu kommt eine ganze Portion Humor, die die traurigen Stellen mit abfedern hilft.

Am Ende soll der mich meine Jugend durch begleitende Soundtrack nicht vergessen werden, insbesondere der Song "Reality" von Richard Sanderson, in dem es heißt:

"Dreams are my reality,
the only kind of real fantasy
Illusions are a common thing
I try to live in dreams
It seems as if it's meant to be"

Dieser Film ist zum Glück keine Illusion, sondern ein Vergnügen für die ganze Familie und vielleicht auch für die zuschauenden Teenager ein Grund zum Träumen.

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