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Dreizehn zu sein ist nicht leicht und für Victoire, genannt Vic, ist alles etwas kompliziert. Gerade nach Paris gezogen, neue Schule, neue Leute, die Eltern im Stress. Anschluss findet sie bei Pénélope und schon bald landet sie auf einer Party und verknallt sich in Mathieu. Doch damit fängt die Achterbahn der Gefühle erst an.

Star der Dramödie ist sicherlich die junge Sophie Marceau als Vic und hätte ich sie damals in diesem Alter erleben dürfen, wäre ich sicherlich dahingeschmolzen. Als Eltern machen Claude Brasseur und Brigitte Fossey einen guten Job, ein kleines Highlight ist noch Denise Grey als Vics Urgroßmutter Poupette, deren Art für ein bisschen Heiterkeit sorgt. Denn so sehr das hier auch Komödie sein will, zündet der Humor nur so semi. Wobei gleiches für mich auf der Ebene des Dramas der Fall ist.
Zugegeben, der von Claude Pinoteau inszenierte Streifen nimmt seine jungen Protagonisten ernst und natürlich erinnert man sich an seine Jugend und das ganze Durcheinander, das im Bezug auf die hier verarbeitete Thematik herrschte. Trotzdem ließ mich das wer-mit-wem mitsamt hormongesteuertem instant-Herzschmerz recht unberührt. Ich bin aber auch sicherlich nicht (mehr) die Zielgruppe. Die wird auch eher weniger mit der nebenbei erzählten Geschichte rund um Vics Eltern angesprochen. Der Handlungsstrang ist zwar nicht sonderlich entwickelt, verschweigt durch seine Existenz aber wenigstens nicht, dass es auch bei der älteren Generation zu allerlei Komplikationen im Hinblick auf Liebe und Verhältnis(se) kommt. Soviel zum Thema „du weißt ja gar nicht, wie das ist“.
Eine zentrale Rolle spielt der Song „Reality“, der hier nicht nur des Öfteren in seiner bekannten Version angespielt wird. Das von Vladimir Cosma mitkomponierte Stück taucht auch immer wieder in seinem Score auf und wird dadurch langsam aber sicher totgenudelt.

„La Boum“ ist so ein Film, der wohl am besten in seiner Entstehungszeit oder zumindest in deren Nähe seine Wirkung entfaltet hat. So sind die Betrachtungen, insbesondere der Irrungen und Wirrungen der jungen Jahre und der frei drehenden Hormone allgemeingültig. Doch manch filmische Mechanismen und auch die Präsentation wirken einfach nicht mehr sonderlich einnehmend. So sollte es nicht verwundern, wenn das bei einer Erstsichtung im fortgeschrittenen Alter nicht mehr so recht funktioniert. Man muss wohl dabei gewesen sein.

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