Review

Routinierter, aber dadurch auch stinknormaler und etwas langweiliger Agententhriller vor der Küste Kapstadts, der aber wenigstens seine schöne Gegend aufs ausgiebigste ausnutzt. Abseits der Touristenempfehlung wird nicht viel geboten, obwohl man begutscheinen muss, dass sich das Skript zumindest etwas bemüht, die dröge Regie vereitelt aber ein übermässiges Spannungsaufkommen.

Die Geschichte umfasst nicht nur einen geheimnisvollen McGuffin, der erst am Ende aufgelöst wird, sondern umspannt auch glatte 15 Jahre, wobei durch einen gewalttätigen Überfall in der Vergangenheit in das Agentenmysterium auch ein Racheplot eingewebt ist.
Die damaligen Räuber konnten die Beute bis heute nicht absetzen, natürlich erleichtert dies das Stillschweigen nicht gerade, man will schliesslich auch etwas von seinem Coup abhaben. Als sich die Handlanger X1 und X3 darüber zerstreiten, entbrennt ein wilder Kampf zwischen beiden, den X3 zwar tödlich verletzt verliert, er aber vor dem Sturz von einer Klippe noch nachträglich sein As ausspielen kann: Er hat die Namen seiner Mittäter aufgeschrieben und in einem Kuvert einem Bekannten gegeben; dieser soll beim Todesfall den Umschlag der Polizei übergeben. Die südafrikanischen Hüter von Recht und Ordnung wären sicherlich ganz dankbar für jede Hilfe, konnten sie doch der umtriebigen Bande der Gelben Viper bisher nichts anhaben.
Nun hat sich auch das FBI eingeschaltet und mit Tom Van Dongen [ Hellmut Lange ] einen Mann eingeschmuggelt; dieser hat auch noch eine private Rechnung offen.

So weit die Ausgangsidee, die Umsetzung ist dann allerdings mehr Wallace im Urlaub als Bond, kein Wunder dass Co - Autor J. Joachim Bartsch frisch von den Harald Reinl Filmen Der Frosch mit der Maske [ 1959 ], Die Bande des Schreckens [ 1960 ] und Der Unheimliche Mönch [ 1965 ] kommt. Während die Gangster unter drei Neuankömmlingen nach dem FBI – Agenten suchen und dabei den falschen aus einer Seilbahn schmeissen, suchen sie selber und auch Van Dongen und die Polizei nach dem bisher unsichtbaren Oberhaupt XX der Bande, der alleine auf der Beute hockt.
Durch mehrere Verdächtige wird das Verwirrspiel bis zum Showdown angezogen, jeder Nichtunkundige kann sich den Übeltäter aber schon vorher denken. Trotzdem hält das Skript eigentlich genügend Abwechslung bereit und konzentriert sich bis auf einige Schlenker mit kleinen Hündchen auch zumeist auf die eigentliche Geschichte.
Der Einwurf mit einer tragischen Lovestory zwischen zwei kriminellen Aussteigewilligen ist gar nicht so schlecht gehandhabt, unser Agent selber hält sich bis auf einige kurze Flirts auch erfreulich ganz aus amourösen Anbandelungen hinaus und verfolgt sein eigentliches Ziel ohne Umschweife.

Würde jetzt die Regie ausser blankem Abfilmen wenigstens etwas in die Touren kommen, könnte man die 80min sicherlich aufregender herumkriegen, wahre Action wird sich auch bis zuletzt aufgespart. Eine zweifache Verfolgungsjagd zu Wasser und zu Lande endet schliesslich in einem Faustkampf, „vorwärtsgepeitscht“ von der Blue Diamond Jazz Band, und trotzdem alles nichts zum Aufspringen oder Zurückspulen. Der Gewaltfaktor kratzt die Freigabe ab 16 sicherlich nicht wirklich an, eine Bisswunde, eine blutige Leiche und ein paar Giftpfeile als Tötungsart ist alles in der Richtung.
Ausgerechnet die Besetzung ist hierbei gar nicht mal von so schlechten Eltern, besonders Lange als auch sein Antagonist passen sowohl optisch als auch darstellerisch gut in die Geschichte. Bei dem Rest gibt’s einige kleinere Ausfälle, die man aber leicht verschmerzen kann, chargieren tut bis auf ein verzogener Industriellen – Sohn niemand.

Nach erfolgreichem Abschluss soll das Abenteuer in Kalkutta seine nächste Episode antreten, dazu kam es mangels Boxoffice - Erfolg nicht. Wirklich traurig muss darüber wahrlich nicht sein, auch unter den Bond – Epigonen gab es würdigere Vertreter.
Hübsche Gegend.

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