Review

Kapstadt goes Krimi

In diesem deutsch-italienischen Spionage-Krimi steht Kapstadt unter dem Schock vieler organisierter Morde, die mit dem Gift einer Schlange verübt werden und die nach einer mächtigen kriminellen Bande riechen, die Ihresgleichen sucht und vor nichts zurückschreckt. Doch das FBI schickt seinen besten Agenten, um die toxische und scharfzahnige Struktur von innen zu infiltrieren und zu zerschlagen… 

Häutung hoffnungslos

Zwischen banalem 007-Ripoff und Polizeikrimi der dritten Euroklasse streift dieser klangvolle Titel die Bedeutungslosigkeit. Kein Giallo, nicht besonders giftig oder schlängelnd, wenig spannend und in der mir vorliegenden VHS-ähnlichen Bildquali leider auch audiovisuell eine Graupe. „Im Nest der gelben Viper“ punktet auf dem Papier zehnmal mehr als in der Praxis. Die Frauen sind schön, die Autos cool, Kapstadt exotisch und hitzig. Unser Held ist ein echter Frauenheld, Macho, Styler, Profi und Schlawiner, wie sie zu dieser Zeit in ihrer Blüte standen. Es gibt Schnellbote, Seilbahnen und Giftpfeile, türkise Luxuspools und etwas Urlaubsstimmung. Und die namensgebende Verbrecherorganisation sollte Mystery, Comichaftigkeit und Boshaftigkeit vereinen. Doch für mich kommen die verschiedenen Episoden und Teilchen nicht zu einer überzeugenden Summe zusammen. Alles dümpelt vor sich her und fühlt sich eher wie ein langweiliger 2,5-Sterne-Pauschalurlaub statt eines aufregenden Abenteuerurlaubs durch Südafrika an. Jedes seiner Elemente wirkt wiedergekäut und schonmal irgendwo anders besser gesehen. 

Sexy wie vergilbte Tapete…

Fazit: trotz all der Sonne Südafrikas und des Schlangengifts ziemlich blasser und bissloser Euro-Spy-Thriller, der ziemlich zurecht im Zahnrad der Zeit verloren und zerdrückt scheint. Der aber auch nie gänzlich grottig ist, so viel ist sicher. 

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