Einer der besten Klassiker für stürmische Nächte
"The Spiral Staircase" ist ein Gruselhybrid der sich kaum in Genres stecken lässt. Horrorfilm und Film Noir, Thriller und Krimi, Drama und fast schon prähistorischer Giallo. Ein wegweisender Mix, der seiner Zeit voraus war und zurecht ein absoluter Hit für RKO am Ende des zweiten Weltkriegs wurde. Es geht um einen Mörder, der es auf körperlich behinderte Damen abgesehen hat. Und da in einer stürmischen Nacht die stumme Helen in einem großen Anwesen mit einer Handvoll Leuten residiert, wird schnell klar, dass das redegehemmte Sweetheart das nächste Opfer des Serienkillers sein soll...
ATMOSPHÄRE muss man hier einfach groß schreiben. Selten wurde eine stürmische Nacht filmisch so genial & gänsehauterregend aufbereitet. Der Regen peitscht, die Schatten schlagen wie im deutschen Expressionismus 20 Jahre zuvor und man ist heilfroh nicht selbst in diesem Herrenhaus herumzuspuken. Siodmaks deutsche Wurzeln erkennt man gnadenlos und das ist gut so. Helen ist das perfekte Opfer, um das man am liebsten Watte legen würde. Was für ein bezauberndes Geschöpf, das man beschützen will. Und die restlichen Anwesenden sind so mysteriös und schwarz-weiß wie die Fotografie um sie herum. Schreckhafte Gemüter zucken bei jedem Donnerschlag zusammen und der Rest genießt einfach eine der atmosphärischsten Nächte des Krimikinos irgendwo zwischen Hammer, Carpenter und Agatha Christie. Da verzeiht man fast, dass über weite Strecken absolut nichts passiert und nur Charakterzeichnung und Showdownvorbereitung betrieben wird.
Fazit: es stürmt draußen? Es ist Geisterstunde? Ihr mögt schwarz-weiße Gruselklassiker? "The Spiral Staircase" lässt eure Haare zu Berge stehen! Langsam aber unaufhaltsam.