Review

Noch so ein Remake, dass die Welt nicht braucht.
Siodmaks Klassiker ist dazu angetan, einem auch im gesegneten Alter noch Schauer über den Rücken zu jagen, da brauchen wir keine Neuauflage, vor allem wenn man nichts, aber auch gar nichts Neues zu erzählen hat.
Und genau das ist hier der Fall.

Die alte Story ist zwar in die damaligen 70er Jahre verlegt worden, ansonsten ist aber alles gleich geblieben. Die gleichen Figuren, die selben Konstellationen, die gleiche nachgebaute Location, derselbe Mörder. Und wer das Original kennt, der darf jetzt schon mal herzlich gähnen.

Bei Nichtkenntnis wirkts im ersten Moment wie ein waschechter Giallo (und aus diesem Grund dürften sich die Engländer auch an den Trend rangehängt haben. Der Killer meuchelt nur Behinderte und wir sehen von ihm schon mal nur das wahnsinnig blickende Auge. Da paßt unsere stumme Heldin natürlich als Opfer gut.
Die könnte ja sprechen, wenn sie wollte, aber momentan geht's halt nicht. Also workshopt sie auf Landsitz cum Institut (was für eins bleibt recht dubios), wo zu Zeiten eines guten alten Hammer-Gewitters (Dauerregen, Mördersturm, alle fünf Sekunden Blitz und Donner) die nötigen Opfer und Täter sich zum Closed-Room-Mystery einfinden. Als Täter kommen eh nur zwei in Frage, dafür sehen wir hier mal ein wenig mehr von den Morden, ohne daß uns das unterhalten würde.

Dafür verantwortlich ist ein schnarchnasiger Soundtrack, der belanglos und unpassend eingesetzt zugleich ist. Die Bisset hat kaum mehr als eine Nebenrolle, stände die Wendeltreppe nicht im Titel würden wir sie übersehen und ein schmieriger Plummer und der unterforderte John Philip Law würgen sich durch die Rollen.

Handwerklich ist das sauber gemacht und geradezu Abbitte leistend dem Original gefolgt, nur kommt das in Farbe natürlich überhaupt nicht so recht spannend. Und neue Ideen gibt's halt nicht. Grausamkeiten sind auch keine zu erwarten, also entspricht das einem Grusler für alte Omas, die sich nicht gar so erschrecken wollen. Aber die kennen eh den Klassiker.

Abschalten ist also erlaubt, entweder den Geist oder den Fernseher. Jede ungesalzene Fernseherdnuß hat mehr Pep und Würze. (4/10)

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