Black Mask ist einer der aufwendigsten Actionfilme Hongkongs und bedient sich vieler Elemente die wir man vorrangig aus amerikanischen Comics kennt. Für Jet Li bot sich eine der wenigen Gelegenheiten einmal aus seinen üblichen Rollen auszubrechen, was nicht heißen soll das hier gänzlich auf Martial Arts verzichtet wurde.
Dennoch ist dieser Film gerade für die asiatische Filmindustrie ungewöhnlich, da er sich doch sehr an die Ideale amerikanischer Superhelden anlehnt. Äußerlich erinnert Li mit Mütze und Maske etwas an Bruce Lee’s Kato aus der Green Hornet Serie und setzt genau wie dieser vorrangig auf Nahkampftechniken zur Beseitigung seiner Gegner. Inhaltlich ist Black Mask aber ähnlich überzeichnet wie z.B. die alte Batman Serie und erinnert auch etwas an japanische Mangas. Ob sich Quentin Tarantino für Kill Bill ebenfalls inspirieren ließ bleibt offen, unähnlich sind sich beide Film jedenfalls nicht.
Wie im Comic wird selten ein Klischee ausgelassen und auch die meisten Stunts sind eher unrealistischer Natur. Wer die hongkong–typischen Drahtseilspektakel kennt, bekommt auch in Black Mask einiges geboten. Als besonders störend erweist sich aber schnell der sehr schnelle Schnitt, bei dem nicht nur die Übersicht abhanden gerät sondern auch viele Actionszenen auseinander gerissen werden. Das ärgert besonders da kein Geringerer als Yuen Woo-Ping für die Inszenierung der Kampfchoreograpieh gewonnen werden konnte. Hier muss man aber fairer Weise sagen das Black Mask in erster Linie ein Superheldenstreifen sein will, die Kampfszenen spielen daher eher eine untergeordnete Rolle und sind beweiten nicht so zahlreich wie in anderen Jet Li Filmen.
Wirklich gelungen ist hingegen das Flair des Films. Bei einem für asiatische Filme gigantischen Budget von 65 Millionen Dollar, kann sich das Ergebnis durchaus sehen lassen und braucht sich auch vor einschlägigen Hollywood Blockbustern nicht zu verstecken. Besonders Actionpuristen kommen voll auf ihre Kosten, da ein wahres Effektfeuerwerk abgefackelt wird. Immer geht irgendwas in die Luft, Leute fliegen umher und obendrein gibt es noch ein paar deftige Fights zu bestaunen. In punkto Härtegrad ist Black Mask ebenfalls eine Klasse für sich, so werden am Fließband Menschen mit blutigen Shootouts in Nirvana befördert oder fliegen abgetrennte Gliedmaße durchs Bild. Ein Augenschmaus sind auch die gelungenen Spezial Effekte die gerade für asiatische Filmverhältnisse sensationell gut aussehen.
Was Black Mask zum ganz großen Actionkracher jedoch fehlt ist eine brauchbare Story. Nur Actionszene aneinander zu reihen genügt nicht und wird auf Dauer etwas eintönig. Das es besser geht hat Drehbuchautor und Produzent Tsui Hark (Seven Swords) schon oft genug bewiesen, hier beschränkt er sich aber nur auf ein simples Handlungsgrundgerüst. Die Geschichte des Titelhelden wird bis aufs Minimum zurechtgestutzt, was es z.B. mit dem Verbrechersyndikat auf sich hat wird bleibt auch etwas im Unklaren. So kann sich Jet Li eigentlich nur in den Actionszenen beweisen, für die nötige Tiefe seiner Figur bleibt jedoch kaum Platz. Schade, denn eigentlich ist die Rolle wie geschaffen für Li, da er besonders als ernster Charakter am glaubwürdigsten rüber kommt.
Fazit:
Gelungener Actionfilm der sich sehr gekonnt bei amerikanischen Superheldencomics bedient. Das es nicht zum ganz großen Wurf reicht ist letztlich dem oft hektischen Schnitt und der lieblosen Story zu verdanken.