Review

Wer auf furiose Hongkong-Action steht, der ist mit Jet Lis Materialschlacht „Black Mask“ wunderbar beraten.
Es existierte eine geheime Einheit von Supersoldaten, die keinen Schmerz fühlen, doch diese flohen. Einer von ihnen, der Coach (Jet Li), inszenierte damals ein Ablenkungsmanöver, dass (in der DF) den Film nach einer kurzen Erläuterung einleitet. Hierbei springt, kämpft und schießt sich Jet Li wie von Sinnen durch eine Blockade, dass es eine wahre Freude ist.
Inzwischen führt der Coach ein normales Leben als Bibliothekar unter dem Namen Tsui Chik. In seiner neuen Identität lehnt er Gewalt ab, was ihm den Spott seines besten Freundes Rock (Ching Wan Lau), seines Zeichens Polizist, einbringt. Doch dann massakrieren mysteriöse Unbekannte die Drogenbosse von Hongkong. Irgendwie ahnt man schon, dass es sich dabei um die ehemaligen Kollegen vom Coach handelt, was auch bald zur Gewissheit für diesen wird, als sie einen Drogenboss zu einer lebenden Bombe umfunktionieren.

Aus Angst um seinen besten Freund, schlüpft der Coach von nun an in Mantel, Hut und Maske, um dann einzugreifen, wenn seine ehemaligen Kollegen zuschlagen. Doch diese haben skrupellose Ambitionen Macht an sich zu reißen und erkennen bald, wer hinter der Maske steckt. Mit diesen kleinen Anleihen bei „Batman“ geht es nun in eine Schlacht, wie sie Actionfans lieben.
Fange ich mit der Kritik an „Black Mask“ an. Die Story ist unverkennbar simpel, wie man auch schon an der Zusammenfassung sehen kann. Die Spannung ist solide, so dass der Plot nicht nur zur Verbindung der fantastischen Actionszenen dient. Ob die gelegentlichen Reflexionen über Freundschaft, Abkehr von der Gewalt etc. störend oder sinnvoll erweiternd sind, muss jeder selbst wissen. Für mich fielen sie nicht störend ins Gewicht, auch wenn die Antigewalt-Statements angesichts des sehr brutalen Films doch ein wenig lächerlich wirken. Anzumerken ist auch, dass ich nur die deutsche Starlight-Fassung kenne, die fast nur an Handlung geschnitten ist, und ich so nicht sagen kann, wie die fehlenden Handlungsszenen in der ungekürzten Fassung anzusehen sind.
Die Action ist wirklich furios und bietet geniale Zweikämpfe. Dabei wird mit allerlei Schießprügeln geballert und die Handkante geschwungen bis der Arzt (oder der Leichenbeschauer) kommt. Die Fights und Shoot-Outs weisen dabei ein enormes Tempo und sind auch in Länge und Häufigkeit überzeugend. Gekämpft und geschossen wird zudem extrem akrobatisch und die Einfälle von Kampfchoreograph Yuen Wo Ping („Matrix“, „Tiger & Dragon“) wie z.B. Gegner auf Inlineskates, die Verwendung eines Starkstromkabels im Endkampf usw. sind sehr kreativ.

Ein klein wenig Kritik muss doch geübt werden: Zum einen ist die Handlung extrem sekundär, auch wenn sie, wie gesagt, nicht nur als bloße Verbindung der Actionszenen dient. Zum anderen die Logik z.B. bei der Durchhaltefähigkeit der Supersoldaten: Einige leben weiter, nachdem sie im Kugelhagel zersiebt, aufgespießt oder halbtot geschlagen wurden, während andere durch einen einzigen Schuss streben und der Coach fast an einem einzigen Messerstich stirbt. Auch einige Effekte wie die Explosionen und die Todesstrahlen sind nicht besonders gut gemacht worden (die Railgun á la „Eraser“ hingegen sieht klasse aus), aber da es HK-Film ist, sollte man hier nicht allzu sehr meckern (ILM wird hier kaum zur Verfügung gestanden haben).
Die Schauspieler machen ihre Sache recht gut ohne Akzente zu setzen. Jet Li taugt als Held mit Emotionen, aber an die Ausstrahlung von Chow Yun Fat kommt er nicht ran. Doch diesen wusste John Woo auch immer sehr cool zu inszenieren, während derartige „Hilfen“ wie Zeitlupe unter der Regie von Daniel Lee komplett fehlen.

Mit „Black Mask“ bietet sich trotz kleinerer Schwächen ein Krawumm-Spektakel für den Actionfan. Der beste Jet Li Film bleibt meiner Ansicht nach aber immer noch „Total Risk“.

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