Wenn es in einem Hongkong-Actionfilm ununterbrochen zur Sache geht, so schimpft sich dieser "Black Mask", der zweite Spielfilm von Genrespezi Daniel Lee (14 Blades, Dragon Squad). Dieser darf sich mit Recht zu den furiosesten Werken zählen, die das Hongkong-Kino jemals hervorgebracht hat. Kein Wunder, denn auch Tsui Hark war maßgeblich an der Erarbeitung des Drehbuches verantwortlich, die Geschichte basiert auf einer Comic-Story von Chi-Ming Pang. Desweiteren darf sich "Black Mask" zu den teuersten Filmen Chinas zählen, denn die Produktion verschlang weit über 60 Millionen Dollar. Gute fünf Jahre später wurde ein grottiges Sequel auf den Markt geworfen, welches mit dem Original nichts mehr gemein hat, auch auf Jet Li (Kiss of the Dragon, The Expendables) muss man hier verzichten.
Einst gehörte Tsui Chick (Jet Li) zu einer geheimen Einheit, die sich "Kommando 701" nannte. Angeführt von Commander Hung (Kong Lung) wurden den Soldaten alle Nerven entfernt, damit seine keine Schmerzen mehr verspüren und bis zum Tode kämpfen können. Tsui konnte sich nach einem missratenen Einsatz absetzen und will nun ein normales Leben führen. Er arbeitet in einer Bibliothek und hat in Inspector Shek (Ching Wan Lau) einen neuen Freund gefunden. Doch Hung ist wieder zurück und eliminiert alle Drogenbosse der Stadt, um die alleinige Herrschaft zu übernehmen. Shek und seine Truppe sind machtlos, doch wer ist der geheimnisvolle Fremde mit der schwarzen Maske, welcher für Recht und Ordnung sorgt? Tsui muss sich seiner Vergangenheit stellen und bringt dadurch auch seine neue Freundin (Karen Mok) in Gefahr.
Wenn der Choreograph schon Yuen Woo-Ping (Red Force, Tiger Cage) darf man sich auf schnelle und spektakuläre Fights freuen. Und tatsächlich übertüncht die nonstop Action eine sehr genretypische Story, die von Anfang bis Ende vorhersehbar bleibt. Als kleiner Zusatz wäre da die Freundschaft zwischen Tsui und Shek, doch natürlich weiß der Inspector vorerst nichts von Tsuis turbulenter Vergangenheit, der sich in seinem neuen Leben aus jedem Ärger raushalten will. Hinzu kommt noch die kleine Geschichte zwischen Yuek Lan (Francoise Yip) und Tsui. Auch sie gehört zur Einheit 701, doch Tsui rettete ihr damals das Leben. Eine kleine Lovestory darf auch nicht fehlen, so verguckt sich die Angestellte Tracy Lee in den ruhigen Tsui ohne zu ahnen, dass er der Mann mit der schwarzen Maske ist. Alles gängige Elemente, welche die Story nicht besonders aufwerten, aber erfreulicherweise hält Lee das hohe Tempo kontinuirlich durch und lässt sich dabei kaum auf Nebensächlichkeiten ein. Dabei verzeiht man auch gerne, dass Tsui mit Hut und seiner Zorro-artigen Maske nicht ganz ernst zu nehmen ist. Aber im Endeffekt stehen hier die zahlreichen Actionszenen im Fordergrund und in diesem Punkt wird man bestimmt nicht enttäuscht.
Hier wird in Massen gekämpft, geschossen und verfolgt. Schon die Shootouts haben es wahrlich in sich, denn der Munitionsverbrauch und Bodycount ist sehr hoch, auch werden zahlreiche Bomben zur Explosion gebracht, welche für horente Sachschäden sorgen. Daneben darf auch in gesunder Menge gekämpft werden, wobei die Choreographien wirklich gut sind, aber manchmal geht es ein wenig schnell zur Sache und der erhöhte Einsatz von Wire-Work vermag manchmal zu stören. Leider finden auch einige CGI-Effekte ins Geschehen, die beispielsweise bei den Lasern, einigen Waffen und besonders der Explosion im Krankenhaus überdeutlich auffallen. Aber das Ganze hält sich auch in Grenzen und somit kann man sich durchweg an dieser Actionorgie erfreuen, die auch noch sehr brutal ausfällt. Hier gibt es nicht nur blutige Einschüsse in Massen, sondern auch andere grafische Effekte, wie das Abhacken von Gliedmaßen, oder Aufspießen des menschlichen Körpers. Da die Soldaten der Einheit 701 keine Schmerzen verspüren sind sie besonders hartnäckig zu vernichten. Auch hat "Black Mask" zusätzlich noch einige Gimmicks parat, wie zum Beispiel die fliegenden CDs. Jet Li hat jedenfalls ausgiebig Gelegenheit sein ganzes Können zu präsentieren, wobei das Niveau der Darsteller höchstens durchschnittlich ist.
"Black Mask" muss man mal gesehen haben, selbst wenn man sonst mit dieser Art von Filmen nicht viel anfangen kann. Aber Lee verzichtetet komplett auf den üblichen Klamauk und liefert nur einen Alibiplot, damit er es richtig krachen lassen kann. Bis auf ein paar mäßige Effekte und dem überhöhten Einsatz von Wire Work kommt man voll auf seine Kosten. Die zahlreichen Actionszenen bieten nicht nur die ganze Palette an, sondern sind stets abwechslungsreich, brutal und bieten unglaubliche Stunts. Ein wahrer Augemschmauß, den man allerdings nicht hinterfragen sollte.