Nachdem ich von der Qualität und der grandiosen Action-Choreografie von "Hard Boiled" überrascht war, ließ ich es mir nicht nehmen, mir auch den 2. Teil anzusehen. Leider erreicht "Hard Boiled II - Just Heroes" nie die Klasse des ersten Teils und hat auch nicht sehr viel mit selbigen zu tun.
Zur Story: Nachdem Organisationschef Mr. Tsou getötet wurde und dessen Sohn Hu neuer Boss wird, gibt es Zoff zwischen ihm und seinen Brüdern. Ein Machtgerangel beginnt, welches nicht alle überleben und eine verblüffende Wendung nimmt...
Regisseur John Woo ("Mission: Impossible 2") und Co-Regisseur Wu Ma gelang es, wie schon erwähnt, nicht, den furiosen ersten Teil zu übertreffen. Zu melodramatisch und dialoglastig gestaltet sich die Fortsetzung, welche nur in den finalen 10 Minuten mit einem gelungenen, gut choreografierten Shoot-Out punkten kann. Der Rest beschränkt sich auf Rangeleien, Partys und Vergangenheitsbewältigungen unterbrochen von ein paar zu kurzen - allerdings ultra-blutigen - Schusswechseln. Dass der Film dennoch streckenweise zu fesseln vermag, verdankt er seiner annehmbaren Dramaturgie.
Die Darstellerleistungen gehen soweit ebenso wie die atmosphärische Musikuntermalung in Ordnung.
Fazit: Enttäuschend. Der Film wirkt streckenweise wie "Der Pate" für Arme durchbrochen von ein paar gelungenen und blutigen, aber zu kurzen Shoot-Outs. Obwohl der "Hard Boiled II - Just Heroes" teilweise spannend ist, bleibt John Woo hier den Eastern-Fans in Sachen furioser Action-Choreografie einiges schuldig und langweilt zuweilen mit zu viel (Melo-)Dramatik.
PS: Warum trägt der Film von 1989 eigentlich den Titel "Hard Boiled II", wenn er v o r dem ersten Teil (1992) entstand *g*?