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Schicksal ist das Thema dieser netten Liebeskomödie aus dem Jahre 1994. Die hübsche Faith (Marisa Tomei) hat schon als 11-jährige auf einem Ouija-Board den Namen Damon Bradley gelesen und hält ihn für den Mann ihres Lebens. Kurz vor ihrer Hochzeit erhält sie zufällig einen Anruf von einem Mann dieses Namens und fliegt kurzentschlossen nach Venedig, um ihn dort zu treffen. Ein Film, der solch eine Story als Ausgangslage hat, unterliegt stets der Gefahr zu einem unerträglichen Maße kitschig zu werden. Dass dem nicht der Fall ist, muß man Regisseur Norman Jewison hoch anrechnen.

Ihm zur Verfügung stand ein hochkarätiges, sowie hochsympathisches Schauspielensemble, das zum Teil sehr klischeebeladene Rollen dennoch glaubwürdig zum Leben erweckt. Da wäre Marisa Tomei, die in diesem Film einfach nur bezaubernd erscheint. Als männlicher Betrachter wünscht man sich das eine oder andere Mal, selbst Damon Bradley zu sein. Ihr obliegt es, die ganze Suche nach dem vermeintlichen Traummann glaubwürdig zu machen. So spielt sie ihre Faith höchst leidenschaftlich und romantisch. Robert Downey Jr. kann ebenso überzeugen, ist er doch vorwiegend für die witzigen Momente zuständig. Er gibt den verliebten Sonny-Boy leicht und verschmitzt. Abgerundet wird das Ensemble zudem durch Bonnie Hunt, Joaquim de Almeida (hier ausnahmsweise in einer sympathischen Rolle), Fisher Stevens und Italien... Tatsächlich ist das Land auch einer der Hauptdarsteller, denn man bekommt tolle Landschaftsaufnahmen und Umgebungen zu sehen, die einiges an Faszination dieses Filmes ausmachen.

Norman Jewison gelingt die Gratwanderung zwischen Kitsch und Humor gut. Immer wieder baut er in die klassische Liebesgeschichte witzige Momente ein, die die Stimmung auflockern und den Film auch für nicht Frischverliebte erträglich machen. Zudem ist das Drehbuch clever und wendungsreich. Gerade gegen Ende des Filmes gibt die eine oder andere Überraschung, die der Zuschauer nicht voraussieht. Rein inszenatorisch kann man dem Film auch nichts vorwerfen. Hübsche (und ganz wichtig: dabei sympathische) Menschen folgen in tollen Kulissen den Irrungen und Wirrungen der Liebe. Da kann fast gar nichts mehr schief gehen.

Alles in allem bietet „Nur für Dich“ nette Unterhaltung, die man sich am besten mit dem Partner seiner Wahl ansehen kann. Der Film bietet allerdings auch genügend Substanz, um ihn allein auf der Couch zu schauen, ein wenig zu träumen (wenn schon nicht von der Liebe, dann doch wenigstens von einem Italienurlaub) und sich dabei zu amüsieren. Insofern ist der Film im besten Sinne des Wortes leichte Kost, mit der man sich idealerweise einen verregneten Sonntagnachmittag schönsehen kann.

Fazit:

7 / 10

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