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"Sie können mich ruhig Kitten nennen, Vater. Nach St. Kitten", äußert Paddy selbstbewusst. "Kitten? Aber es gab nie einen St. Kitten", bekommt er daraufhin zweifelnd als Antwort. "Oh nein, aber es gab einen St. Kathrine. Er war Messdiener beim heiligen Patrick... oder war es doch eine Sie?" entgegnet Patrick zufrieden grinsend.

Der aus dem Jahre 2005 stammende Film "Breakfast on Pluto" basiert auf der gleichnamigen Romanvorlage des irischen Schriftstellers Patrik McCabe. 
Der Film beginnt damit, dass vor dem Haus von Father Liam (Liam Neeson) ein Baby ausgesetzt wird - und zwar Patrick "Kitten" Braden (Cillian Murphy), sein unehelicher Sohn. Er bringt Paddy zu einer Pflegemutter, die ihn bei sich aufnimmt. Aber schon bald wird klar: Patrick ist kein normaler Junge. Während andere gerne Krieg und Football spielen, interessiert er sich für Mode und Make-Up und steigt so auch schon mal in die feinen Schuhe seiner Pflegemutter (welche darüber gar nicht erfreut ist). Verzweifelt versucht man ihm seine immer weiter ausartenden weiblichen Züge auszutreiben, doch alle Bemühungen sind umsonst. Auch in der streng katholischen Schule ist Patrick ein Sonderling und macht alle mit seiner überaus weiblichen Art verrückt. Ja, ich kann sogar sagen, er terrorisiert seine Umwelt mit seinem seltsamen Verhalten und anstößigen Aufsätzen. Schließlich wechselt er in den Handarbeitskurs und  gibt sich den Namen "Kitten" (nach St. Kathrine). Nur sein kleiner, aber eigenwilliger Freundskreis - Charly, Irwin und Larence - halten in all der Zeit zu ihm. Doch irgendwann ist das Maß dann so voll, dass unser junger, transsexueller Freund die Gegenwart seiner garstigen Pflegemutter nicht mehr eträgt und einfach abhaut, um seine wirkliche Mutter zu finden. Auf seiner Suche trifft er unter anderem Billy Hatchet (Gavin Friday), den kernigen Sänger der Mohwaks, welcher schon bald ein reges Interesse an dem schutzbedürftigen Kitten zeigt und so kommt es zu der ein oder anderen Romanze zwischen den beiden. Patrick scheint zu glauben, er hätte die Liebe seines Lebens gefunden, doch als er im Wohnwagen von Billy Waffen entdeckt und diese kurzerhand in den See wirft, spaltet das ihre Beziehung.  Immerhin waren das Waffen der IRA und nur mit Mühe und Not kommt Kitten wieder aus der Sache heraus. Während er nun in London seine Mutter sucht, sind Irwin (Laurence Kinlan) und Charly (Ruth Negga) ein Paar geworden und in die Wirren der IRA verstrickt. Kitten nimmt also diverse Jobs an, um sich über Wasser zu halten und landet schließlich (nach allerlei riskanten Zwischenfällen mit seinen Freiern und der Polizei, sowie einer Karriere als Assistentin des Zauberers Bertie) in einer Peepshow. Hier sucht ihn Father Liam, sein leiblicher Vater, auf und gibt ihm die Adresse seiner Mutter. Patrick, inzwischen mehr Frau denn je, macht sich also auf, um seiner Mutter (die sogenannte "Phantom-Lady") endlich entgegen zu treten, nachdem dieser Versuch immer wieder gescheitert ist. Ob er sie dieses Mal wirklich findet?

"Breakfast on Pluto" zeichnet sich nicht nur durch seine abgedrehten und abwechslungsreichen Ideen aus, sondern auch durch den gelungenen Soundtrack, welcher durchgehend überzeugt (der Knaller schlechthin: Cillian Murphys Duett mit Gavin Friday - "Sand"). 
Die Schauspieler hätten besser nicht gewählt werden können. Doch besonders Cillian Murphy tut sich in seiner Hauptrolle als Lockenschopf Paddy "Kitten" Braden glänzend hervor. Er spielt Kitten so überzeugend und realistisch, dass man ihn einfach nur in sein Herz schließen kann. Einerseits verrückt und selbstbewusst, andererseits hilflos und anhänglich - einfach klasse! Auch Gavin Friday, dessen Rolle ruhig noch etwas ausgebaut hätte werden können, macht sich gut als Billy Hatchet. Und auch Liam Neeson und Stephan Rea (als Bertie) dürfen nicht vergessen werden.

Fazit:
Der Film ist einfach sehenswert! Die Figuren verzaubern auf ihre ganz eigene, oftmals seltsame Art und erschaffen ein kleines Abenteuer, das zwar wie eine Komödie aufgebaut ist, aber ein dennoch tragisches Schicksal widerspiegelt. (Es passiert wirklich so viel in dem Film und meine Zusammenfassung umfasst noch lange nicht alles.) Einer der besten Filme, die ich je gesehen habe (trotzdem aber nicht jedermanns Geschmack!).  10 Punkte!!! 

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