Der neue Film von Neil „Dog Soldiers“ Marshall ist ein kleines Meisterwerk des neuen Splatterfilms geworden.
So zuerst kurz zum Inhalt:
Ein Jahr nach einem tragischen und entsetzlichen (und nebenbei ziemlich cool gemachten) Unfall, bei dem der Ehemann und die Tochter von Sarah (Shauna Macdonald) gestorben sind, treffen sich 6 Frauen in einem abgelegenen Gebirgszug der Appalachen, um eine Höhlentour zu unternehmen.
Die ehrgeizige und ziemlich arrogante Juno (Natalie Mendoza) führt die 6 Freundinnen nicht wie abgemacht durch ein bereits erforschtes Höhlengebiet sondern in ein noch unkartographiertes Höhlennetzwerk. Als die Freundinnen ziemlich weit ins Innere der Höhle vorgedrungen sind, nimmt die Katastrophe ihren Lauf.
Der Rückweg wird durch einen herabfallenden Felsen versperrt. Verstärkend kommt hinzu dass immer öfter Geräusche und Schatten zu sehen sind. Bald merken sie, dass da noch etwas anderes unter der Erde lauert, eine Rasse monströser menschlicher Kreaturen, die sich perfekt an ihre Umgebung angepasst haben.
Und hier setzt schließlich der splattrige Teil des Films ein.
Nach dem überraschenden und ziemlich brutalen Beginn, verliert der Film an Tempo, ohne dass es ihm wirklich schadet. Die Rollenverteilung der sehr unterschiedlichen Frauen wird klargestellt und die Probleme zwischen ihnen erklärt.
Nach einer genialen Schockszene in der Hütte geht es weiter in die super umgesetzte Höhlenlandschaft.
Schon lange bevor der erste „Höhlenbewohner“ auftaucht, wird kräftig an der Spannungsschraube gedreht. Klaustrophobisch enge Höhlendurchgänge und extrem hohe Felsspalten sorgen dafür, dass der Puls konstant über 100 bleibt.
Auch sehr interessant sind die Anspielungen auf vergangene Erkundungstouren (ein 100 Jahre altes Teil einer Bergausrüstung, eine Petroleumlampe, ein alter Helm einer Rüstung).
Nach ca. 40 min beginnt schlussendlich das Schlachtfest. Die Schockszenen werden noch besser und der Brutalitätslevel wird fast ins unerträgliche gesteigert.
Von abbrechenden Fingernägeln, über einen offenen Bruch, der eingerenkt werden muss, durchgebissene Kehlen und mit verschiedensten Waffen eingeschlagene Köpfe wird jede Art von Gewaltphantasie erfüllt.
Weitere Pluspunkte des Films sind:
*die tolle Kameraführung, die die Atmosphäre in den Höhlen toll einfängt
*die durchwegs toll gemachten Effekte
*die Darstellerinnen allen voran Natalie Mendoza (was für ein Augenschmaus)
* und das hübsch innovative Ende
Ich war ziemlich begeistert von dem Film, weil es schon ewig nicht mehr vorgekommen ist, dass mich eine Szene erschreckt oder überrascht hat. Achja und weil ich auf blutige Filme stehe. Ein guter Start ins neue Jahr.
Ach ja und noch was am Schluss, bis auf einen 2 min. Auftritt zu Beginn kommt den ganzen Film kein Mann vor.
Fazit:
Für diesen Film muss man für das Wort Hochspannung eigentlich eine neuen Steigerung erfinden. Für mich jetzt schon einer der besten Horror-Filme des Jahres! Wer hier nicht atemlos vor Spannung im Kinosessel versinkt, den kann nichts mehr erschüttern.