Review

Feuchte, dunkle Höhlen und keuchende, schwitzende Mädels - der Stoff, aus dem so mancher Männertraum verfilmt wurde. Neil Marshall indes verlagert dies in einen Horrorstreifen, der nunja, ein leicht nervenaufreibendes Etwas geworden ist. Sechs Frauen allein auf Erkundungstour durch ein neues Höhlensystem treffen auf blinde Albino-Monster, die blutrünstig mit Frauenblut ihren Hunger stillen wollen. Zwei Fragen stellen sich: 1. wie kommen wir hier raus und 2. scheiss auf's rauskommen, wie kriegen wir die Monster tot?

Kein Charakter sticht hervor, einen Hauptakteur und damit Sympathieträger haben wir nicht. Macht auch nichts, denn irgendwann gehen sie uns alle auf die Nerven: blöde kreischend, angstvoll fluchend mit dem dutzendfach in allen möglichen Varianten wiederholten Satz "ich will hier raus" versehen reduziert sich die Handlung auf zwei Kernpunkte: permanent auf Achse einen Ausgang aus dieser Höhle respektive Hölle zu finden und gleichzeitig gegen diese liebreizenden Mönsterchen anzukämpfen. Positiv im Sinne lecker anzusehen: Natalie Jackson Mendoza. Macht nicht nur eine gute Figur in allen Lebenslagen, sondern kann die ehrgeizige selbstbewußte Abenteurerin gekonnt darstellen, Respekt!

Nun, die Idee des Filmes ist eigentlich nicht mal so schlecht. Die Mädels erkennen bald: Hätte je jemand diese Höhle lebend verlassen wäre sie ja bekannt und hätte einen Namen. Zurückgelassene Kletterhaken, gewisse Menschenskelette, Höhlenmalerei und in Wände geritzte Wegzeichen lassen aber das Gegenteil vermuten. Hier war jemand. Menschlich, lebend, forschend. Und jetzt stellt sich die Preisfrage: Wenn jemand hier war, aber niemand der hier war draußen war, dann liegt doch die Vermutung nahe daß die, die drin waren, nicht mehr rauskamen. Alles klar?

Zum Plot gibt's leider nicht mehr zu sagen, das Spannungsniveau ist gleichmässig straff - und da sind wir auch schon bei der Krux dieses Filmes. Zuwenig Abwechslung, zu vorhersehbar die nächsten Szenen, zu hysterisch das weibliche Gekreische. Die Nerven des Zuschauers werden gereizt, und das nicht nur wegen Horror in wohldosierter Form mit ordentlichem Splatter gewürzt, sondern auch weil all dies einfach irgendwann zu stupide wirkt.

Für Genrefans sicherlich ein bekömmliches Highlight, als anspruchsvolle Unterhaltung mit Psychokomponente leider nicht sonderlich gelungen. Emanzen jedoch werden den Film lieben: Frauen, killt die grausamen Manns-Monster!

(4/10)

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