Review

6 abenteuerlustige Mädels klettern in eine noch unerforschte Höhle. Was als womens-only-Party gedacht war, wird bald zum Albtraum, als der Höhlenzugang einstürzt und man feststellen muß, daß tief im Berg einige gefräßige Monster leben.

Der Film baut in der ersten Dreiviertelstunde bei flottem Erzähltempo eine Survivalstory auf, der es nicht an Spannung mangelt. Dazu tragen auch die Darstellerinnen bei, die abseits gewohnter Klischees relativ glaubwürdig rüberkommen und zumindest bis zum ersten Auftauchen der Monster unerwarteterweise sogar als Team agieren. Dann jedoch ist sich jede selbst die Nächste und der Kampf ums Überleben beginnt. Nur ganz selten kommt noch das Zusammengehörigkeitsgefühl durch und eine eingeflochtene Eifersuchts-/Intrigenstory sorgt für zusätzlichen Zündstoff in der Gruppe, die durch die Albinomonster immer mehr dezimiert wird. Kameraführung und spärliche Beleuchtung vermitteln einen sehr direkten Draht zum Geschehen und lassen den Zuseher mitfiebern; teilweise heftige Splatterszenen und die allgegenwärtige Ungewissheit, was da im nächsten Moment aus der Dunkelheit springt, sorgen lange Zeit für den nötigen suspense.

Die Monster an sich sind schön schleimig mit scharfen Fangzähnen dargestellt, erinnern an Gollum aus Herr der Ringe, was ihrer Schockwirkung jedoch keinen Abbruch tut. Nicht ausreichend dagegen die Erklärung (von einer der Protagonistinnen) daß die Kreaturen völlig blind seien und sich ähnlich Fledermäusen nur durch Schallwellen orientieren können. Dann müßten sie allein schon das Atmen der Mädels wahrnehmen und würden nicht, teilweise nur wenige Zentimeter vor diesen stehend, dieselben überhören. Auch ihre Fähigkeit, sich sehr schnell innerhalb der Felsen zu bewegen und dabei entgegen der Schwerkraft sogar wie Fliegen an den Höhlendecken krabbeln zu können ist verwunderlich. Da nimmt man auch gerne hin, daß die Monster unter Wasser leben können, wieso sie allerdings durch Augenausdrücken gleich sterben, bleibt wiederum unverständlich.
Auch wenns für den Film nicht weiter wichtig ist hätte mich die Evolutionsgeschichte dieser Albinos interessiert: Fressen die sich auch gegenseitig (woher kommen die menschlichen Knochen, die öfters zu sehen sind?) und wenn diese Wesen nie ans Tageslicht kommen, müßte es in der Höhle Nahrung geben, Tiere sind jedoch keine zu sehen.
Immerhin hat das Drehbuch auch ein weibliches Monster kreiert, das im Gegensatz zu den männlichen Höhenbewohnern keine so weiße Haut, dafür aber dunkle Haare auf dem Kopf hat. An denen kann man es wunderbar festhalten, bis man spannungssteigernd eine geeignete Waffe in der Nähe ertastet hat...

Sujetbedingt weniger gut ist die Ausleuchtung des Films. Zwar haben die Mädels teilweise Lampen auf den Helmen, außerdem sind Leuchtstäbe und ganz normale Fackeln vorhanden und die Höhlen haben stellenweise auch phosphoreszierende Mineralien, dennoch sollen manche Szenen in völliger Dunkelheit spielen, was aufgrund der Beleuchtung nicht klar wird. Wenn also eine der Heldinnen sich vorsichtig umsieht und ein direkt an ihr vorbeilaufendes Monster anscheinend nicht bemerkt, hätte man dies durch einen bestimmten Farbfilter (z.B. rot) für den Zuseher wesentlich nachvollziehbarer gestalten können. So aber wechseln sich gelb, rot und grün ab und bei mancher Szene versteht man erst im Nachhinein daß die Protagonistin hier (noch) weniger sieht als das Publikum.

Zu den negativen Seiten dieses Films gehört das stellenweise unmotivierte(?) Schnittgewitter, das in einigen Actionszenen einsetzt. Dabei ist es keineswegs so, daß damit - wie in anderen Filmen - Splatterszenen überdeckt werden sollen, diese werden teils sogar recht deutlich gezeigt. Auch nimmt sich die Kameraführung immer wieder Zeit, die Monster zu zeigen, verharrt manchmal sogar sekundenlang in deren Fratzen, wozu also diese nervigen Schnellschnitte? Dies zieht den Film leider ein Stück herunter. Auch sind manche Dialoge zu kurz und zu schnell, um nachfolgende Handlungen zu verstehen - z.B. die Sache mit dem Anhänger, den die Sterbende weitergibt. In der letzten halben Stunde hat man manchmal das Gefühl, daß die Spannung mit künstlicher Hektik aufrecht erhalten werden soll - was der Film an sich gar nicht nötig gehabt hätte.

Ein wenig rätselhaft kam mir auch auch das Filmende vor: *Spoilerwarnung*
Zum einen ist es völlig unglaubwürdig, daß die letzten beiden Überlebenden trotz aller Differenzen nicht zusammenstehen gegen eine bedrohliche Überzahl Feinde, sondern die eine die andere "umhaut" (und warum ins Bein und nicht gleich auf den Schädel?) - so als ahnte sie schon das nahende Filmende. Noch unlogischer dann ihre wilde Flucht nachdem sie wieder ans Tageslicht gekommen ist - rechnete sie wirklich damit, verfolgt zu werden oder war das ein Werbespot für den Geländewagenhersteller? Der Plottwist in den letzten Sekunden des Films war dann schon fast zu erwarten und beendet einen an sich packenden Schocker, bei dem allerdings mehr drin gewesen wäre.

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