Shaw - Klassiker, der das Original und damit die Eingebung für so verschiedenes Gefolge wie Master of the Flying Guillotine [ DT: Duell der Giganten ] mit Jimmy Wang Yu, The Fatal Flying Guillotines [ DT: Vier Stahlharte Fäuste ] mit Carter Wong und der offiziellen Fortsetzung Flying Guillotine 2 mit Ti Lung und Lo Lieh sowie The Vengeful Beauty darstellt.
Basierend auf einem Drehbuch von Ni Kuang sorgt Regisseur Ho Meng - hua hiermit für die Einführung und Vorstellung einer heutzutage schon legendär exotischen Waffe und kreuzt dies in einem umfassenden Zusammenhang mit Spuren anderer Handlungsschemata. Der Film selber steht im Bekanntheitsgrad sicherlich hinter dem Wang Yu zurück, aber muss sich beileibe nicht verstecken; im Gegenteil. Sorgt man zwar für allgemein weniger Aufsehen, aber gleicht dies durch eine richtige und vor allem äusserst scharfschneidige Geschichte und viel grossem Können auch in anderen Bereichen aus.
Ching - Dynastie. Konflikt Manchus gegen Chinesen. Emperor Yung Cheng [ Kong Yeung ] hat es nicht so mit Demokratie und Meinungsfreiheit und mag auch der drohenden Rebellion nicht so wirklich ins Angesicht sehen. Als ihm zwei Offiziere die wahren Verhältnisse und damit die anstehende Problematik klar machen, gibt er den Befehl zu ihrer Exekution. Dies muss allerdings heimlich erfolgen, da beide Konsultanten in der Öffentlichkeit angesehen sind. Er beauftragt Xin Kang [ Ku Feng ] mit der schweren Aufgabe.
Dieser lässt sich etwas einfallen.
Die Inspiration für die schwer Eindruck machende tödliche Apparatur erhält Xin ausgerechnet auf dem Jahrmarkt. Passend für die Attraktion und der Eigenschaft als Verkaufsschlager der damit bestückten Filme addiert er verschiedene Zugnummern zu einem formvollendeten Bestseller: Grauen gespickt mit Faszination und Kreativität.
Ebenso schnell entwickelt sich die Handlung aus dem Nichts heran; man fängt erst bei Null an und wandelt dann eine Zufallsidee zu mehreren Einzelakten um, die aufeinander aufbauend den Vordersatz der Erzählung ergeben.
In den folgenden sechs Monaten trainiert Xin Kang die zwölf besten Männer des Kaisers zu Experten mit der Erfindung heran. Ebenso wie dort die sich steigernden Fortschritte bebildert werden, so entwickeln sich auch die anderen Elemente stetig anschwellend fort:
Erst eingegrenzt auf den Ort des Trainings, wo sich die Schwierigkeiten erhöhen, die Distanzen zum Objekt grösser werden und man bald mit beweglichen Zielen und Augenbinden arbeitet. Nach und nach wird auch die nähere Umgebung erkundigt; allerdings noch entlang dem Kaiserpalast gelegen und auch nur für die anstehenden Mordaufträge aufgesucht. Das Herausstellen Einiger für den Fortgang wichtiger Personen aus dem sonst anonymen Dutzend. Die heimliche Anfeindung von Ah Kun [ Wai Wang ] gegenüber Ma Tang [ Chen Kuan Tai ], dem Geschicktesten der Lernenden, hin zu einem offenen Kampf zwischen Beiden. Ihr direkter Bezug gegenüber der heimtückischen Verrichtung und zum despotischen Kaiser.
Ho Meng - hua tut gut daran, solange an der zunehmenden Ausdehnung festzuhalten und sie zusätzlich durch ein Labyrinth einzugrenzen wie es möglich ist. Der erste Abschnitt enthüllt durch Menschenferne und dem gemeinschaftlich - letalen Anderssein zielstrebig die Gegensätze, aus deren sadistischen Untertönen die personellen Konflikte erwachsen.
Tagsüber das Praktizieren, Nachts das Präzisieren. Was man an Holzschnitzen übt, wird danach an Lebenden umgesetzt. Im Schutze der Dunkelheit schleicht man im Trupp Schwarzgekleideter Attentäter über die Dächer zu den potentiellen Opfern, die weder die Gefahr noch das Geräusch der Fliegenden Guillotine einschätzen können und keine Chance zur Gegenwehr besitzen. Der gellende Schrei, die Durchtrennung des Halses und das Aufzucken des abgeschnittenen Körpers als Moment des Horrors; seine gespenstisch - erschreckende Wirkung selbst in der Mehrzahl wahrlich nicht verfehlend. Technisch sehr gut gelöst ist auch die frühe Umsetzung der maliziösen Attacken; jede für sich ein Hingucker und das offensichtliche Salz in der Inszenierung.
Nach der späten Weigerung Ma Tangs gegenüber dem Killerkommando, dem Geraten auf die Abschussliste und seiner Flucht verlagert man sich in die Breite und achtet weniger auf den Zusammenhalt von Zeit, Raum und Linienführung. Der anfänglich feste Gesichtspunkt wird um mehrere Nebeneinanderstehende erweitert: Ma Tangs Verstecken, sein neues Leben als Ehemann und Vater, die Verfolgung durch seine ehemaligen Kollegen und Ah Kuns ganz eigenen Pläne abseits der kaiserlichen Order.
Nun wird sich vermehrt der fabulierenden Routine des Herstellungsjahres gewidmet. Die Aufmerksamkeit bekommt mehr als nur einen Mittelpunkt geliefert, aber verbleibt einer simplen Form der Sympathielenkung. Gewaltsame Zurückhaltung, ohne in Melodramatik und unbegründeten Gefühlsausbrechen zu verfallen. Gewohnheit und Gewöhnung übernimmt die abschweifende Tagesordnung und entfernt beim Querfeldein ein katharsisches Leiden mit dem Helden als auch das unerschütterlich Beharrliche der Einführung. Actionszenen bleiben erst aus und versetzen sich dann in die Position weniger gekonnter Martial Arts; Ma Tang ist perfekt mit dem "strange, weird thing", nicht mit Hand und Fuss. Die Regie scheint sich dem anzupassen und schneidet bei derlei körperlicher Betätigung mal ein Lied und mal auch eine schwere Geburt unter; beides für künstlerische Integration unpassend und nicht geeignet, dieselbe Bannkunst wie das schwirrende Hackbeil einzufordern.
Doch stumpf wird das Geschehen bei weitem nicht; schnell werden Betrachtungs - und Erzählperspektive wieder festgezurrt; erst in den Einzelteilen, dann in Verschlingung der Handlungsfäden.
Dabei wachsen die anderen Rollen neben Ma Tang situationsbezogenen Charakter ebenfalls zu Tiefsinn, Einflussreichtum und Spannung heran und schaffen so eine gelungene Voraussetzung für das dramatische Finale. An Klippen und unter einem Wasserfall wird die Coda des Tötungsmonstrums noch einmal ausführlich demonstriert; nunmehr hat sich das Teuflisch - Krude zu einem formell lange Zeit unabhängigen Wechselspiel und materiell einer Beschützung von Werten wie Ehre und Familie ausgeweitet. Äusserlich wurde der politisch - diktatorische Prozess verbrämt; die historischen Hintergrundereignisse dringen kaum ins Bewusstsein des Zuschauers. Zahlreiche Möglichkeiten für eine Fortsetzung [mit Macher- und Sinneswechsel] sind dabei ebenso offengelassen wie man diesen ersten Abschnitt auch fein säuberlich mit einem kompromisslosen Schlußstrich abzutrennen vermag.