Inhalt:
Kang Chin (Ku Feng) entwickelt für den paranoiden Kaiser (Chiang Yang) eine neue, furchtbare Waffe: Die fliegende Guillotine!
Hierbei handelt es sich um eine Art Wurftopf, der mit Hilfe einer Kette über den Kopf des Opfers geworfen wird. Direkt im Anschluss werden hierbei 3 sichelförmige Klingen dazu aktiviert am untersten Topfrand zusammenzuschnellen, dabei das Haupt des Opfers vom Rumpf trennend. Der Benutzer zieht dann an der Kette den Wurftopf zu sich, das Opfer ist enthauptet!
Es werden 12 Kämpfer an dieser mörderischen Waffe ausgebildet, es gilt die Mordaufträge des Kaisers, der sich in seiner Paranoia fast nur noch Feinden umgeben sieht, und niemandem traut, auszuführen.
Chi Tian (Wong Yue), einer dieser Kämpfer, bekommt Skrupel, und wird zusammen mit seiner Freundin enthauptet. Daraufhin desertiert auch der Guillotinen-Fighter Ma Teng (Chen Kuan Tai), und flieht mit der schönen Yu Ping (Liu Wu Chi) auf´s Land, und wird dort zum Bauern. Doch die Manchus mit ihrer Guillotinen-Truppe jagen ihn! An einer felsigen Steilküste kommt es zum Show-Down.....
Fazit:
Sehr gut! Der Regisseur Ho Meng Hwa kreierte hier im Jahre 1975 für die Studios der Shaw Brothers einen überaus soliden, so besonderen wie unterhaltenden und gefälligen Eastern mit MegaStar Chen Kuan Tai in einer kernigen Solo-Performance.
Eine neue, besondere Waffe wurde mit diesem Streifen erstmals in einem Eastern benutzt, die fliegende Guillotine. Und das ganze war denn so erfolgreich, dass es noch mehrere nachfolgende Eastern mit dieser Waffe geben sollte. Die Tricks mit den Wurf-Guillotinen, Ho Meng Hwa erreicht hier Tempo, durch geschickten Schnitt. Erst durch die Tricks und den Schnitt wird diese wohl eher klobige Waffe zum zackigen Mord-Instrument! Das sind dann schon besondere Szenen in diesem Eastern-Actioner!
Harter Action-Film? Nicht ganz. Ich kenne wohl kaum einen Eastern, in dem so eine zarte Liebesgeschichte erzählt wird, wie in diesem.
Die behutsam aufgebaute Liebes-Geschichte in diesem Eastern, sehr gut dargestellt von Chen Kuan Tai und der bezaubernden Liu Wu Chi (aka Lau Wu Chi), sie steht eigentlich in krassem Gegensatz zur blutigen Guillotinen-Action.
Aber ich fand das irgendwie klasse, weniger Sex, als Zuneigung und Zärtlichkeit prägen das Bild über die 2, das dieser Streifen versucht zu zeichnen. Das ist so gut gemacht, ohne ins kitschige abzugleiten, da hatte ich ne Träne im Auge. Lau Wu Chi singt sogar ein chinesisches Lied, um die Menschen abzulenken, während ihr Freund um sein Leben kämpft....
Dieser Eastern ist also irgendwie besonders. Doch Ho Meng Hwa gelingt es, die Gegensätze dieses Films -brutale Action-Sequenzen auf der einen Seite, zärtliche Liebes-Szenen auf der anderen- geschickt und unterhaltsam miteinander zu verweben.
Hinzu kommen kernige Kämpfe und gerade der Show-Down open air an einer felsigen Steilküste die Chen Kuan Tai die Möglichkeit bietet wegen der Versteckmöglichkeiten fintenreich zu agieren, ist hier mal was ganz anderes und sehr spannend umgesetzt. Außerdem coole Tricks, etwas Trash bei den Köpfungs-Szenen, und wieder mal die unvermeidlichen Trainings-Sequenzen mit den -diesmal zu köpfenden- Holz- und Papp-Kameraden.
Chen Kuan Tai hat hier eine Solo-Performance, wie eigentlich auch schon in "The iron bodyguard", und er spielt die Action-Szenen kraftvoll und solide, so kennen wir ihn. In den "Beziehungs"-Szenen zeigt er Hingabe, aber man merkt schon ein bissel, das ist nicht ganz so sein Metier.
Wunderbar, weil sehr gut passend und sehr professionell gesprochen, finde ich ja, dass niemand geringeres als Rainer Schöne hier Chen Kuan Tai synchronisiert, er ist einer unserer besten deutschen Synchron-Sprecher imo.
Heimlicher Star des Streifens ist für mich die superniedliche Lau Wu Chi, wer bekommt bei dieser Darstellerin keine Beschützer-Gefühle?
Für mich ist Ho Meng Hwa´s "The flying guillotine" ein kleines, oft unterschätztes Shaw-Juwel. Da gibt es locker 8/10 Punkte!