Bevor DC und das MCU den Superhelden im Kino definierten, gab es Abar.
Ein Community‑Projekt, das weit größer träumte, als es sein Budget zuließ.
Abar wirkt nicht wie ein Studiofilm; er wirkt wie ein eingefangener Moment. Gedreht in echten Nachbarschaften, finanziert von Community‑Organisatoren, gespielt von Menschen mit mehr Überzeugung als formaler Ausbildung. In Detroit und L.A. mit Basisgruppen gedreht, mit einem Hauch dokumentarischer Rohheit. Genau deshalb hat der Film eine Energie, die man nicht herstellen kann: roh, uneben, aufrichtig.
Tobar Mayo trägt den Film nicht als konventioneller Superheld, sondern als Verkörperung eines kollektiven Wunsches nach Macht, Würde und Selbstbestimmung. Jahre bevor Hollywood überhaupt über einen Black Superman nachdachte, imaginierte dieser Film bereits einen — ohne Glanz, ohne Studiopolitur, nur eine proto‑afrofuturistische Idee, die sich nicht kleinmachen ließ. J. Walter Smith fungiert als Co‑Lead und verankert die politischen und emotionalen Tragweiten, während Roxie Young und Rupert Williams die soziale Textur der Community tragen und die beiden bedeutendsten Supporting‑Präsenzen bilden.
Liest man den Film als Community Cinema, entfaltet er sich anders: ein Manifest, das sich als Film tarnt und über seine Mittel hinausgreift. Seine Rauheit wird Teil seines Arguments, sein Idealismus Teil seiner Form. Der Film zählt weniger wegen dessen, was er erreicht, als wegen dessen, was er versucht — und genau diese Ambition verleiht ihm Kraft.
Roh, idealistisch, unbeholfen, visionär.
Memorable Moment
Abars erster offener Einsatz seiner Kräfte – als er die ganze Straße zum Stillstand bringt – wird zum prägenden Bild des Films, einem Moment kollektiver Würde.
Quick Facts
• Der Film entstand aus der ungewöhnlichen Zusammenarbeit zwischen James Smalley, einem Black pimp aus Louisiana, und Frank Packard, einem weißen Schauspieler/Autor — und Teile davon wurden unverblümt in einem Bordell gedreht, das währenddessen ganz regulär in Betrieb war.
• Die Biker‑Gang besteht aus echten Black Motorcycle‑Club‑Mitgliedern aus Los Angeles, deren nicht‑professionelle Präsenz dem Film eine ungewöhnlich authentische Street‑Level‑Textur verleiht.
• Tobar Mayo arbeitete in mehreren obskuren Westküsten‑Indieproduktionen der 1970er Jahre, was ihn in ein heute verschwundenes Mikro‑Ökosystem regionalen Black‑ und Chicano‑Filmemachens einordnet.
• J. Walter Smith kombinierte seine Hauptrolle als Dr. Kincade mit Co‑Writing‑Aufgaben — ein für einen Black Actor im Blaxploitation‑Kino der 1970er Jahre seltenes Maß an kreativer Mitautorenschaft.
• Roxie Young bewegte sich zwischen Modeln, Singen und Schauspiel, hinterließ jedoch nur wenige erhaltene Spuren aus ihrer Beteiligung an weitgehend verlorenen Community‑Filmprojekten der 1970er Jahre.