Ein-Mann-Arm(ee)!
Während ein Jahrzehnt später schon ein ganzes "behindertes" Quartett von den Shaw Brothers auf die bösen Kung Fu-Buben ihrer Welt losgelassen wurden, musste 1967 noch ein abgetrennter Arm reichen. Aber unterschätzen sollte man den "One-Armed Swordsman" in keinem Fall - denn sein erstes Abenteuer bzw. mehr oder minder seine tragisch-stählerne Originstory gehört bis heute und auf ewig zum Ikonischsten und Besten, was man in den hochkarätigen Schubladen des Eastern finden kann...
"Das goldene Schwert des Königstigers" ist zwar ein wunderbar klangvoller deutscher Titel für diesen Grundpfeiler der Shaw Brothers - aber der legendäre englische Titel trifft da schon noch ein gutes Stück mehr den Kern der Sache. Es geht um einen Krieger, dessen Arm abgetrennt wurde und der nun (mal wieder) mit einem legendären Sifu neue Techniken lernen muss, damit die Rache auch spektakulär gelingt. Und das tut sie dann auch. Spätestens (wie so oft bei SB) im Finale wird einem klar, mit was für einem Schwergewicht man es hier zu tun hat. Doch "One-Armed Sordsman" kann auch auf dem Weg dorthin massiv punkten und gehört auf einer eh schon qualitativ hochwertig besiedelten Lichtung voller Schätze der Shaw Bros. zu der absoluten Königskategorie! Hier stimmt nahezu alles und etliche Weichen wurden gestellt. Die Härte und die Kampfchoreographien. Die Sets und die Lichtstimmungen (Schnee!). Die Bösewichte und die Theatralik. Das Blut auf weißer Erde. Die Kostüme und ein aufbrausender Score, der heldenhafter und pushender nicht geht. Ausgeformte Charaktere und wirklich packende Schicksale. Hier ist die Story nicht nur Staffage - was bei den Shaw Brüdern bei weitem nicht immer der Fall ist, bei all der Konzentration auf Martial Arts. Aber hier werden in keiner Kategorie Einbuße geduldet - und herausgekommen ist ein Wunderwerk des Hongkong-Kinos, der erste Millionenblockbuster des Landes (!) und ein Epos, das Generationen überdauern, ganze Studios, Subgenres, Stars, Stimmungen und Strömungen über Jahre prägen sollte. Viel höher kann man nicht fliegen. Kinomagie aus Fernost.
Fazit: ikonisch ist nur der Beginn, stilvoll noch untertrieben, spektakulär gar kein Ausdruck... Dieser Königstiger kann nur groß!