kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 10.06.2007
Park Chan-Wook macht es einem wieder relativ schwer, eine Kategorisierung vorzunehmen. "Lady Vengeance" ist eine sehr eigenwillig zusammengestellte PopArt-Collage, wankend zwischen geradliniger Erzählform und Zeitebenen-Wechseln, plötzlichen Schnitten und flüchtigen Orts- und Stimmungswechseln. Kunstvolles Stückwerk, wie eine mehrstöckige Torte, die bereits in ihre (unterschiedlich gewichteten) Portionen geschnitten wurde.
Der vielgebrauchte Aspekt der Rache unterscheidet sich vom Subgenre und von der eigenen Trilogie mit "Oldboy" und "Mr. Vengeance" teilweise sehr stark, andererseits häufen sich wiederkehrende Muster. Doch das Einzigartige bezieht der Film aus der ihm eigenen Ausleuchtung des Bekannten. Alleine schon aufgrund der Bildsprache ist "Lady Vengeance" mehr als ein simples Rachedrama, das Gefühl wird auch zu keiner Zeit dramatisiert, sondern gegenteilig gar nüchtern heruntergespielt. Auf die Frage hin, ob sie sich den dicksten Fisch für den Schluss aufheben möchte, nuschelt sich Geum-ja kaum verständlich ein knappes "Ja" zusammen. Den Minimalismus und die artifizielle Bildsprache hat der Abschluss der Trilogie mit seinen Vorgängern gemein, ansonsten handelt es sich um ein Werk, das auf eigenen Beinen steht. Es ist in sich trotz allem brüchiger, Szene um Szene scheint jeweils ein neues Kapitel in der visuellen Gestaltung zu öffnen, um der inhaltlichen Schnellebigkeit entsprechen zu können, innerhalb derer sich die Situation stetig ändert wie ein Chamäleon seine Farbe.
Vermutlich der unkommerziellste (und das will was heißen) und anspruchsvollste Teil der Trilogie, der zum Teil an diesem Anspruch jedoch zu zerbersten droht.
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