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Der OCP-Konzern plant Detroit in eine Zukunftsstadt zu verwandeln, wofür erst einmal die Armenviertel aus dem Weg geräumt werden müssen. Da die die Bewohner der Viertel mit heftigen Widerständen reagieren, beschließt man den RoboCop, gespielt von Robert John Burke, einzusetzen, der aufgrund seiner menschlichen Wurzeln jedoch beschließt, sich auf die Seite der Bürger zu stellen.

"Robocop 3" ist mal wieder ein Bilderbuchbeispiel dafür, dass man die eine oder andere viel versprechende Action-Reihe nicht bis zum bitteren Ende mit vollkommen überflüssigen Sequeln vorantreiben sollte. "RoboCop" war noch ein unterhaltsamer und überaus heftiger Actionfilm, der vor allem wegen seiner Gesellschaftskritik schließlich den Kultstatus erreichte. Der zweite Teil war schon etwas schlechter als der erste, aber das hier ist definitiv eine Frechheit, denn mehr als ein mäßig unterhaltsames B-Movie ist von "RoboCop" leider nicht mehr übrig geblieben.

Gesellschaftskritisch, ironisch oder zynisch wird der Film leider zu keinem Zeitpunkt und verliert damit den Reiz der Vorgänger und auch die Action-Szenen sind nicht sonderlich überzeugend. Die Brutalität, die vor allem den ersten Teil noch auszeichnete, ist leider deutlich heruntergefahren, die Effekte bewegen sich auf B-Movie-Niveau und so sorgen die Action-Szenen, die zudem ruhig etwas wohlwollender dosiert sein könnten, leider nur noch für mäßige Unterhaltung. Nach der gelungenen Horrorkomödie "Die Nacht der Creeps" und seinem zweiten Horrorfilm "Monster Busters" leistet Regisseur Fred Dekker, der mit dem Misserfolg von "RoboCop 3" in der Versenkung verschwand, also wirklich schlechte Arbeit und eigentlich ist es auch gut so, dass die 22-Millionen-Dollar-Produktion nur 10 Millionen Dollar einnahm, sonst wäre wohl noch ein vierter Teil gedreht worden, der die Reihe dann wohl noch weiter in den B-Movie-Bereich geführt hätte. Mit dem halbwegs gelungen gewählten Erzähltempo ist der Film wenigstens nicht durchgehend langweilig, aber viel zu wenig ist es dennoch, was hierbei herausgekommen ist, wobei wenigstens die dreckige Kulisse der Detroiter Armenviertel überzeugt.

Der Konflikt zwischen der maschinellen, programmierte und der menschlichen Seite des RoboCops wird leider überhaupt nicht vertieft und da die Charakterkonstruktion auch darüber hinaus überaus flach bleibt, wird leider am laufenden Band Potential verschenkt. Zudem hätte der Konflikt zwischen dem mächtigen OCP-Konsortium und den Menschen in den betroffenen Armenvierteln eine unglaublich große Angriffsfläche für Gesellschaftskritik jeglicher Art geboten und es tut beinahe weh, wenn man sieht, wie auch dieses Potential komplett verschenkt wird. Zudem ist die Handlung leider auch nicht sonderlich wendungsreich und relativ vorheersehbar und damit ist das Drehbuch, dass Dekker zusammen mit keinem geringeren als Frank Miller verfasste leider auch misslungen.

Robert John Burke, der im allgemeinen oft in düsteren und kernigen Rollen zu sehen ist, macht sich als RoboCop sehr gut, umso bedauerlicher ist es eigentlich, dass er die ganze Zeit über in seinem Anzug steckt und Dekker ihm damit kaum Gelegenheiten zum glänzen einräumt. Der restliche Cast ist nicht sonderlich spektakulär besetzt, wobei Nancy Allen, die schon bei den beiden Vorgängern dabei war, mit ihrer sympathischen Art erneut sehr gut in die Rolle passt.

Fazit:
Ohne die Gesellschaftskritik, die die beiden Vorgänger auszeichnete, mit Action-Sequenzen auf B-Movie-Niveau und einer schwachen Story ist "RoboCop 3" nur noch ein schwacher und mäßig unterhaltsamer Abklatsch der Vorgänger, der vollkommen zu Recht in den Kinos floppte.

40%

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