Yiu-fai und Po-wing sind ein schwules Pärchen, das eine recht turbulente Beziehung führt. Eines Tages reisen die beiden von Hongkong nach Argentinien, wo sie sich wieder einmal trennen. Yiu-fai versucht sich in verschiedenen Jobs, um sich das Geld für ein Ticket zurück zu verdienen, während Po-wing sich mit irgendwelchen reichen Typen einlässt, dabei aber in heftige Geld- und andere Schwierigkeiten gerät und verprügelt wird. Widerwillig nimmt Yiu-fai ihn auf, pflegt ihn gesund und bemüht sich dabei, seine Annäherungsversuche abzuwehren.
Als es Po-wing zunehmend besser geht, stürzt sich dieser wieder ins Nachtleben. Wohl um zu verhindern, dass er einfach so abhaut, stiehlt Yiu-fai ihm den Pass und zieht sich so seinen Zorn zu. Er selber lernt als Koch einen Küchengehilfen kennen und findet Gefallen an ihm, doch dieser ist hetero…
Ich muss zugeben, dass das dauernde Hin und Her zwischen den beiden Protagonisten und ihr hysterisches Getue, das zu Anfang durchaus noch unterhaltsam ist, mir mit der Zeit auf die Nerven fallen. Die Story tritt da zudem öfters auf der Stelle und entwickelt sich nicht wirklich irgendwo hin (jedenfalls nicht schnell genug), so dass es mir durchaus recht gewesen wäre, man hätte den Film etwas zurechtgestutzt. Die anderthalb Stunden Laufzeit sind mir einfach etwas zu viel.
Wie gesagt, an und für sich ist die Leistung von Tony Leung Chiu Wai (BULLETT IN THE HEAD, IN THE MOOD FOR LOVE, HERO, INFERNAL AFFAIRS) als Yiu-fai und Leslie Cheung (CITY WOLF 1 & 2, A CHINESE GHOST STORY 2, SHANGHAI STORY) als Po-wing in ihrer Nervosität und Übertriebenheit unterhaltsam (aber auch in den ruhigeren Momenten können die beiden überzeugen; insbesondere Tony Leung, der in seiner Rolle ständig zwischen der Unerträglichkeit der Einsamkeit einerseits und dem äusserst schwierigen Zusammenleben mit einem geliebten Menschen pendelt, hat ein paar bewegende Momente), ist auf die Dauer aber etwas nervig (daran ändern auch die vereinzelten, semi-expliziten Sexszenen nicht viel). Selbst die Nebendarsteller gehen gerne aus sich heraus; einen ruhigen Pol stellt höchstens Chen Chang (A BRIGHTER SUMMER DAY, TIGER & DRAGON) als Küchenhilfe Chang dar. (Ein interessanter Charakter: Da er früher kaum sehen konnte, hat er gelernt, umso besser zu hören.)
Apropos: Nervös ist auch die Inszenierung, die oft verwackelte Handkamera, Nahaufnahmen, auffällige Kameraperspektiven und schnelle Schnitte auffährt und den Zuschauer kaum zur Ruhe kommen lässt. Faszinierend ist die Farbgestaltung: Fängt der Film in Schwarzweiss an, so werden die Bilder mit der Zeit in Blau oder Rot getaucht, später haben wir dann das ganze Farbspektrum (wobei die Farben immer sehr stark und knallig rüberkommen).
Packend und dynamisch ist der Soundtrack, der natürlich einiges an südamerikanischen Rhythmen verwendet, aber auch ein paar Frank-Zappa-Lieder. Natürlich ist der Song „Happy Together“ von The Turtles ebenfalls zu hören (allerdings erst zum Nachspann).
Fazit: HAPPY TOGETHER ist mir ein paar Ecken zu hyperaktiv, als dass er sich in meinen Augen über seine anderthalb Stunden Laufzeit nicht zu ziehen beginnen würde. Über paar Kürzungen oder eine etwas ruhigere Inszenierung hätte ich mich durchaus gefreut. Regisseur und Drehbuchautor Wong Kar-Wais nächster Film IN THE MOOD FOR LOVE gefällt mir da um einiges besser.