"Chaos". Ein Film mit Jason Statham. Da denk ich doch (wer würde mir das verübeln?) erstmal an gnadenlose Action, nicht unbedingt mit Tiefgang, aber gnadenlos. Doch musste ich mich eines Besseren belehren lassen: Hier geht es vordergründig um die Aufklärung eines ganz besonderen Raubüberfalls! Beim eigentlichen Einbruch in eine Bank wurde erstmal gar nichts geklaut, doch später stellt sich heraus, dass ein hübsches, kleines Programm installiert worden ist, das ähnlich der Mike Judge-Komödie "Alles Routine" unaufällig kleine Summen von Konten abzwackt.
In der wendungsreichen Geschichte kommt es aber doch ausreichend häufig zu Actionszenen, einen Genreoverkill wie bei "The Transporter" oder gar "Crank" darf man aber nicht erwarten. Trotzdem ist die Action der Aspekt, der mich bei diesem Filmchen am ehesten überzeugte. Als Beispiel sei hier eine Verfolgungsjagd genannt, in der der Partner von Jason Stathams Figur Quentin Connors ein Auto per Motorrad verfolgt. Die Sequenz erweist sich als angenehm flott geschnitten und kreativ ausstaffiert.
Als Ausgleich zur sporadisch auftretenden Action gibt es eine Kriminalgeschichte, die mit der Titelgebenden Chaostheorie dem Film einen mysteriösen und pfiffigen Charakter einhauchen möchte, aber dafür zu aufgesetzt erscheint. Connors Partner kann dank seines tollen Gespürs nämlich das Getreibe der Kriminellen durchschauen, auch wenn die Antagonisten immer einen Schritt voraus zu sein scheinen. Es steckt offensichtlich noch mehr dahinter, doch was dies ist, verrate ich jetzt mal nicht; denn dieser Spoiler würde einen der wenigen, wirklichen Pluspunkte zerstören: Das recht gelungene und überraschende Ende, was man aber durchaus auch durchschauen kann, wenn man sich von der uninspirierten Präsentation nicht zu sehr langweilen lässt.
Auch wichtig ist dem Film das Zusammenspiel der beiden Partner und der ihnen helfenden Figuren. Meiner Meinung nach ein weiteres kleines Manko, da der Film so schon wenig stimmig wirkt. Ansonsten will ich aber gar nicht alles schlechtreden, denn Jason Statham kommt eigentlich wieder ganz cool rüber. Er geht in der Rolle zwar nicht so auf, wie in "Crank", aber der Vergleich hinkt ja sowieso. Daneben ist Wesley Snipes erstaunlich unauffällig, vielleicht weil seine Rolle einfach zu unausgereift ist, oder weil ihm die Motivation fehlt. Immerhin spielt er ja sonst immer die coolen Typen und jetzt rangiert er hinter Jason Statham...
Aber was solls, insgesamt ist "Chaos" doch irgendwie ziemlich enttäuschend, auch wenn er große Ambitionen hatte. Er ist eigentlich wirklich intelligent konstruiert, aber die Mischung aus oberflächlichen, sozialen Verstrebungen, einer zu dominanten Ermittlungsgeschichte und zu kurz kommender Action ist wenig stimmig. Da kann auch Jason Statham nichts dran rütteln.