Terence Fisher hat sich wie kaum ein anderer einen Namen gemacht in Sachen britischer Horrorfilm Ende der 50er Jahre bis in die späten 70er. Bei unzähligen Klassikern hat er Regie geführt und auch das Werwolfgenre ist nicht an ihm vorbeigegangen. Jedoch erfüllt der Film nicht die erhofften Erwartungen.
Spanien im 18. Jahrhundert. Ein alter Landstreicher, hungrig und durstig, macht sich auf zum Schloss des Grafen Marques, der gerade seine Hochzeit feiert. Marques macht sich einen Spaß darauf, den Landstreicher lächerlich zu machen, für Wein und Brot muss getanzt werden, das persönliche Haustier seinen neuen Frau ist der Penner auch. Dieser landet später im Knast und wird dort vergessen. Zu Essen bekommt er nur von der stummen Tochter des Gefängniswärters. Nach vielen Jahren, der alte Marques ist alleine und ohne Freunde, macht sich an das stumme Mädchen heran, die natürlich nicht will. So landet sie ebenfalls im Knast und wird zu Dank für ihre gutherzige Art von dem Penner vergewaltigt. Später kann sie fliehen und bringt im Hause des Don Alfredo Corledo einen Sohn zur Welt. Leon aber hat einen Schönheitsfehler. Er verwandelt sich bei Vollmond in einen Werwolf. Kann sein Vater in der Kinderzeit noch schützen, so wird Leon (Oliver Reed) als erwachsener Mann eine Gefahr für seine komplette Umgebung. Als er in einem kleinen Ort arbeit findet und sich in Christine verliebt, scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, wann der Wolf in Leon wieder ausbricht und tötet...
Man merkt schon an der Inhaltsangabe, der Film wird eindeutig zu sehr in die Länge gezogen mit uninteressanten Sachen. Daran hapert es auch, im Film selber will keine wirkliche Spannung aufkommen. Statt sich konsequent der Thematik zu widmen, gibt es viele, zu viele Ausschmückungen, die einfach unnötig und langweilig sind.
Dabei stimmen die Rahmenbedingungen. Hammer-Studios, Regie Terence Fisher, was soll da schief gehen? Na ja, eben die Handlung und einen wirklich grottenschlechten Oliver Reed. Das Spiel des Oliver Reed ist sehr statisch, er scheint auch nur einen Gesichtsausdruck zu haben, dazu neigt Reed zum Overacting, was nicht wirklich in den Film passt.
Zumindest stimmt die Optik im Film. Die bauten sind recht gut gelungen, auch die Kostüme passen zu der damaligen Zeit, die sie verkörpern soll. Selbst die Maske des Werwolfs kann man in die Kategorie „OK“ einstufen, aber wie gesagt, man quält sich durch den langen Begin.
Auch fragt man sich, warum es so unglaubliche Zeitsprünge gibt. Eben war der kleine Junge noch ein Werwolf, plötzlich ist er erwachsen, was in der Zwischenzeit passiert, bleibt dem Zuschauer vollkommen verborgen. Man fragt sich, was ist in der Zwischenzeit passiert, aber man bekommt keine Antwort. Auch das Ende reißt einen alles andere als vom Hocker. Da hätte man sich auch mehr einfallen lassen können.
Fazit: Ich bin enttäuscht von diesem Hammerfilm. Das Umfeld stimmt, auch die Bauten, Kostüme etc. etc., aber die Story? Scheinbar wussten die Beteiligten wohl nicht so genau, was man hier wollte, so entstand dieser leicht wirre Film, der auch zum großen Teil sehr langweilig ist und wenig Höhepunkte bietet. Dann doch lieber die Dracula- oder Frankensteinreihe.