Review
von JasonCane
Wie in der bekannten All Night Long Filmreihen beschäftigt sich Regisseur Katsuya Matsumura auch hier mit kriminellen Jugendlichen.
Es geht um den realen Mordfall an Junko Furuta, einem 17 jährigen Mädchen, welches von vier Jugendlichen entführt und 44 Tage lang gefangen gehalten wurde. Während der Gefangenschaft kam es zu Vergewaltigungen und Folter, bis das Mädchen an seinen Verletzungen starb.
Dies ist die erste Verfilmung dieses Verbrechens. Es folgten Shônen no hanzai (1997) und Konkurîto (2004).
Durch Matsumuras Film führt ein Moderator, der den Fall schildert und allerlei Hintergrundinformationen liefert. Den Ausführungen des Moderators folgen szenische Darstellungen der Tat durch Schauspieler. Diese nachgestellten Szenen entsprechen stilistisch einem Spielfilm.
So werden dem Zuschauer zunächst Informationen über die sozialen Hintergründe der Täter und des Opfers geliefert. Wie und warum kam es zu der Tat, wie lief sie ab und wieso hat dem Mädchen niemand geholfen?
Das ganze erinnert stark an die immer beliebter werdenden True-Crime Podcasts, nur in filmischer Form.
Der Film ist in seiner Gewaltdarstellung nicht allzu grafisch. Manches wird nur angedeutet, oder zumindest nicht bis zum Exzess ausgeschlachtet. Meistens wird das Mädchen verprügelt, einmal wird ihr eine Brandwunde zugefügt. Gore-effekte gibt es keine.
Tatsächlich ist der Film weniger exploitativ als erwartet, denn die Gewaltdarstellung geht nur soweit, als, dass sie das Martyrium von Junko Furuta verdeutlicht, jedoch ohne die Darstellung ihrer Qualen zu zelebrieren.
Die Schauspieler agieren überzeugend und die Inszenierung ist gekonnt, sodass eine durchgehend dreckige und düstere Atmosphäre herrscht.
Der 67 minütige Film ist jedenfalls der seriöseste Beitrag zum Mordfall Junko Furuta, während Shônen no hanzai (1997) der pietätloseste ist.