Review

Gothic Terror?! Haunted Slasher?!?


„Hell Night“ hatte für mich immer eine Ausnahmestellung im weiten Slasherkanon und ich greife rund um Halloween noch immer gerne, regelmäßig zu ihm. Warum? Weil die Mischung aus Barock und 80er-Cheese einfach passt. Als ob man „April Fools Day“ mit „Madman“ und überraschend viel „Danza Macabra“ kreuzt. Das hatte ich bis dato noch nicht gesehen und ist auch über die Jahre rar geblieben. Zudem fahre ich auf die vertretenen Ladies ab, das Schloss ist ein Charakter für sich und „Hell Night“ geht ganz sicher nicht im Wust der Schlitzer unter. Es geht um eine Verbindungsparty, während der eine Handvoll „Neuer“ in ein abgelegenes, mit ein paar Tricks und Finten bestücktes Schloss gebracht wird, sozusagen als Mutprobe. Doch dass an der gruseligen Vergangenheit des spinnwebenbehangenen Domizils etwas dran ist, damit hat keiner gerechnet...

Linda Blair ist eine Horrorikone seit ihrer dämonischen Kindheit, daher ist sie allein schon ein Grund sich diesen gotischen Gruselslasher zumindest einmal anzusehen. Zudem sind die Morde recht ansehnlich (wenn auch etwas zahm) und das gesamte Setting spielt seinen Flair geschickt aus. Und warum aus der scharfen Suki Goodwin (was ein Name! was eine Frau!) kein „Star“ geworden ist, kann mir wohl keiner erklären. Im ersten Drittel passiert etwas wenig und kaum ein Slasher muss über 100 Minuten gehen, „Hell Night“ ist da leider keine Ausnahme. Und dennoch macht er irgendwie wohlig-warmen Fun. Unschuldig und verlässlich. Wie eine Kirmesgeisterbahn durch die man für drei Euro durchlaufen darf. Nur in hübscher und staubiger. Bei „Hell Night“ besteht weder die Gefahr ihn zu verwechseln noch allzu schnell zu vergessen. Und das kann im Slasherzirkus gefühlt nichtmal jeder fünfte Aufguss von sich behaupten. 

Fazit: allein durch sein Setting stellt sich „Hell Night“ über andere durchschnittliche Slasher. Linda Blair und eine wirklich tolle Atmosphäre machen den Rest. College meets Hammer. Schön, wenn auch mit ein paar Minuten zu viel auf der angestaubten Uhr. Und etwas blutiger hätt’s sein gedurft. Ansonsten: Must-See imo für Slasher-Aficionados. 

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