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THE FOREIGNER von Regisseur Amos Poe, ist ein wahres No-Wave-Cinema Juwel, das sichtlich von den Filmen Jean-Luc Godards und der Nouvelle Vague beeinflusst ist. Doch anstatt die “alten Meister” zu kopieren, verneigt sich Amos Poe vielmehr vor ihnen (ähnlich den filmischen Hommagen Brian de Palmas an Alfred Hitchcock) und verwendet die unverbrauchte Kraft und rohe Ungeschliffenheit der Avantgarde/ Independent-Filme, um sie mit Elementen des Punk/ CBGB/ No-Wave Milieu zu verknüpfen.
Unzählige Charaktere der damaligen Punk/ No-Wave Szene (Patti Astor, Eric Mitchell, Anya Phillips, Deborah Harry, Robin Crutchfield - um nur einige zu nennen) wirken in “The Foreigner” mit. Das es sich dabei nicht um ausgebildete (eingebildete!) Schauspieler handelt, ist mehr als positiv hervorzuheben und manifestiert, das rüde und bizarre Großstadtambiente des Molochs New York.

Max Menace (Eric Mitchell) ein europäischer Agent, wird beauftragt einigen unerklärlichen Vorfällen von Gewalt und Verbrechen - die in New York von mysteriösen Gruppierungen ausgeübt werden, nachzugehen und dem treiben ein Ende zu bereiten.
In New York angekommen, scheint es das er bereits er von einigen der Verantwortlichen erwartet wird. Der Taxifahrer der ihn ins Hotel fährt (sinnigerweise sieht sich Max im Hotelzimmer eine Sendung über Punkrock an), informiert - nachdem er Max im Hotel abgeliefert hat, per Telefonanruf einige seiner bekannten, die Max Menace im Verlauf seines Aufenthalts in New York noch einige Male über den Weg laufen werden, und ihm einige schmerzhafte Erlebnisse bereiten werden.
Eine geheimnisvolle Agentin (Patti Astor), die in Kontakt mit einer anderen, ebenso geheimnisvollen wie düsteren Frau namens Doll (Anya Phillips, gekleidet in einen S/M-Fetischanzug und stets mit Sonnenbrille bekleidet, legt eine Paraderolle als “Punk-Vamp” hin) steht, verfolgt Max zwar gibt sich ihm aber nicht zu erkennen und bleibt stets auf Distanz zu ihm.

Max irrt förmlich in der Subkultur New Yorks umher, er scheint keine Zuflucht oder Anhaltspunkte zu finden. Auf einem Industriegelände begegnet ihm eine junge Frau (Terens Severine) namens Zazu Weather, die ihn mit in ihre Wohnung nimmt.
Zazu verhält sich äußerst merkwürdig. Sie sperrt Max in ihrem Zimmer ein, als sie zurückkommt fesselt sie Max an einem Stuhl, danach isst sie genüsslich und lasziv in ihrem Bett.
Ein Fremder dringt in Zazus Zimmer ein, er tötet Zazu und schlägt - den immer noch am Stuhl gefesselten Max, bewusstlos und verschwindet.
Als Max wider zu Bewusstsein kommt, sieht er was passiert ist. Er befreit sich aus seiner Lage, und flieht.
Auf seiner Odyssee begegnet er, in einer ärmlichen und verwahrlosten Nebenstraße, Dee Trik (“Blondie” Deborah Harry) die mit Max ein bisschen redet und anschließend (wie schon in Amos Poes “Unmade Beds”) ein kleines Lied singt.
Nach seiner Begegnung mit Dee, schlendert er ziellos ins CBGB’s, dort angekommen wird er von einigen Gästen (Psychobillyrocker “Cramps”) zusammengeschlagen und in einem der Waschräume mit Messern attackiert.
Ausgelaugt und in zerrissenen Klamotten, irrt Max Menace auf den Straße umher (der Film wurde in bester “Street-Guerillia-Filmmaker” Manier, ohne große Filmausrüstung und dergleichen gedreht, die Leute auf der Straße scheinen nur selten von dem Treiben Amos Poe überrascht zu sein und verhalten sich relativ normal und unbeeindruckt, bis auf ein paar Blicke hin und wider).

Max Menace wird verfolgt, mit dem Auto gehetzt, gejagt und mehrmals körperlich angegriffen. Doch anstatt aufzugeben verfolgt er sein Ziel beharrlich und lässt sich dabei nicht unterkriegen.
Der “Showdown” gipfelt in einer Autoverfolgungsjagd, in der Max durch die halbe Stadt gehetzt wird. Der Film endet im Antlitz der Freiheitsstatue und dem zusammentreffen von Max’ verfolgern, von denen er letztendlich.....
Tja wer wissen will wie “The Foreigner” ausgeht, sollte sich den Film einmal anschauen, schließlich will ich nicht die ganze Spannung zunichte machen.

The Foreigner zählt zu einen meiner absoluten Lieblingsfilme. Die Handlung erinnert an Jean-Luc Godards “Alphaville” und “Elf Uhr nachts“. Das Zitat von “Gilbert Rochu, Liberation Paris, France” des DVD-Covers, trifft den Inhalt des Films ziemlich genau auf den Punkt:
“The Foreigner is Godardien...Pierrot le fou in punkland...-the savage child alone in asthmatic society; where he has no Souvenirs, no future... Patti Astor comes on like a star of the thirties...”

Wer sich für die Filme der Nouvelle Vague, sowie Avantgarde/ Experimental/ Underground Subkultur und der dazugehörigen Punk/ Independent/ No-Wave Musik der späten 70er Jahre interessiert, kommt im Grunde an “The Foreigner” nicht vorbei. Wer sich allerdings für das Zeitgenössische Teenie-Stumpfsinn-pupertär Kino begeistert, sollte besser einen großen Bogen um die Filme Amos Poe und Konsorten machen.
Alle anderen aber, werden hier die Quintessenz des Independent/ No-Wave Cinemas vorfinden, von der man - einmal gepackt, nicht genug kriegen kann (und einem das Hollywood/Kommerz Kino - vor allem das heutige, gewaltig am A.... vorbeigehen wird).

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