Review

„Fatty Drives the Bus“ – Oh Mann, der Titel allein ist ja schon reif für 'nen Oscar.
Worum geht’s hier also? Um einen fetten Busfahrer, der Amok läuft? – Nein.
Um ein fettes Kind, das den Schulbus kapert? – Nein.
Hier geht’s darum, dass sich Satan höchstpersönlich in einen Reiseführer (ihr wisst schon, der Typ, der einen während der Fahrt ständig mit Infos über die Sehenswürdigkeiten, an denen man gerade vorbeifährt, zumüllt…) verwandelt, um seine Quote an verdammten Seelen diesen Monat noch erfüllen zu können. - …Aha, darauf hätte ich als nächstes getippt…

„Fatty Drives the Bus“ ist jedenfalls eine Komödie aus dem Hause „Troma“, womit eigentlich so ziemlich alles gesagt ist. Im Klartext: Miese Schauspieler, ein Budget unter Null und unkonventioneller Humor jenseits gängiger Normvorstellungen. Letzterer fällt hier so weird aus, dass er kaum noch als „lustig“, sondern einfach nur noch als „seltsam“ wahrgenommen werden kann.
Dies alles verpackt in einer konfusen, völlig sinnlosen Story ohne Handlung, um ein paar geistig minderbemittelte Kleinstädter, die an einer Rundfahrt durch Chicago teilnehmen, und die ganz Troma-like wieder aus lauter schräger Figuren bestehen:
- eine hasserfüllte Mutter, die ihrer Tochter die ganze Zeit unter die Nase reibt, dass mit ihrer Geburt ihre Freunde am Leben starb,
- ein Pärchen, das einem Lynch-Film entsprungen sein könnte, da es ständig nur surreales Gequatsche von sich lässt
- der Gipfel aber: die „glamouröse Bridget“ – ein Typ Mitte zwanzig, der Fummel und Perücke trägt und als sich noch mächtig sexy vorkommende, alte Schachtel durchgehen soll.

Beginnen tut der Streifen mit dem Vorstellen aller Tour-Teilnehmer, was sich sehr in die Länge zieht und gänzlich langweilig ausfällt.
Weitergehen tut’s mit dem Joyride an sich, in welchem, außer dass zwei miteinander anbanteln, eigentlich auch nix passiert und welcher auch ziemlich langweilig ausfällt.
Enden tut das ganze dann mit dem Erscheinen von Jesus himself auf der Bildfläche. Satan bekommt aber nicht die Hucke voll, ne, Jesus bringt ihn mittels gut Zureden von seinem Vorhaben ab. Und Ende.
Hä, was hat das alles nun mit dem Titel zu tun??? – Absolut gar nix. Hinter dem Steuer des Reisebusses sitzt eben ein etwas dickerer Typ, doch dieser spricht den ganzen Film lang kein einziges Wort und seine Rolle ist auch sonst nicht weiter von Bedeutung. Toll, oder!?

Oh Maaaann: „Fatty Drives the Bus“ ist wirklich ein sooooooo seltendämliches und schweinelangweiliges Mistding von Film, dass man echt nicht mehr weiß, wo hinten und vorne ist. Das paradoxe aber: Der Film ist absichtlich so doof! Welche Zielgruppe er damit ansprechen will, weiß zwar echt der Geier, ich für meinen Teil fand diesen bestialischen Troma-Trash aber irgendwie schon ganz sympathisch, wenn ich auch mehrere Anläufe gebraucht hab, um ihn bis zum Ende zu kucken.

Dieser Film hat einfach keinen Unterhaltungswert. Gar keinen.
Oder doch?
Nein, keinen.
Bis auf Hirnrissigkeit am laufenden Band, einem nervigen Erzähler, der immer wieder dazwischenfunkt, und einem Typ im Fummel gibt’s hier nix zu sehen, was mir eine Überleitung, warum mir der Streifen doch irgendwie gefallen hat, recht schwer macht.

„Fatty Drives the Bus“ – A Movie So Far Underground that It’s Going to Hell.
“Fatty” ist wahrlich hirnamputiertester Trash, der selbst für eingesessene Trash-o-holics eine echte Herausforderung darstellen dürfte.
Zweifelsohne ein hundsmiserables Filmchen. Irgendwie aber so dämlich und schlecht, dass er schon wieder ganz nett is'.

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