Review

Inhalt:

China, während der Ming-Dynastie. Nachdem der Schwertkämpfer Chang Qi Lang (Ling Yun) den Helden Lu Chun Yee (Mak Sin Sing) in einem offen-ehrlichen Duell tötete, will er nie mehr kämpfen. Nach 3 Jahren jedoch wird er in einen Kampf verwickelt, als die Sänfte des Provinz-Gouverneurs von maskierten Killer attackiert wird. Chang steht den Sänften-Trägern bei, und tötet alle Angreifer!

Später kommt es wieder zu einem Kampf, Chang bleibt siegreich. Bei den Killern handelt es sich um Mitglieder der "Ghost-Gang", einer Bande, die brandschatzt, mordet und plündert. Ihr Boss ist der "Ghost King" (Lam Kau), und dessen beste Kämpfer sind nach Farben ´geordnet´, "White Killer" (Cheng Lei), "Black Killer" (Liu Gang), "Yellow Killer" (Chieh Yuen), "Red Killer" (Lee Ho) und "Green Killer" (Hong Liu). Um sich an Chang zu rächen, töten die Kämpfer der "Ghost Gang" seine Eltern. Chang gelingt es, sich in das Haus der Familie der schönen Yin-Erh (Ching Li) und deren Vater (Ching Miu) zu retten, wo er sich ausruhen kann.

Die Gangster überfallen auch die Familie von Yin-Erh, deren beiden Brüder und dann auch ihre Schwester Xiao Yu (Julia Hsia aka Ha Yee-Chau), die von einer Giftnadel getroffen wurde, kommen zu Tode. Yin-Erh und ihr Vater schaffen es ins Haus des Bürgermeisters (Fang Mien) von Qi Dou Town, auch Yin-Erh´s Vater wurde von einer Giftnadel getroffen und ist schwer verletzt. Es stellt sich zudem heraus, dass der Held Lu Chun Yee -einst im Duell mit Chang tödlich unterlegen- der Onkel von Yin-Erh und Bruder ihres Vaters war, was die Beziehung, ja die aufkeimende Romanze von Chang und Yin-Erh schwer belastet.

Chang gelingt es indes, die "12 Jade Beauties", 12 Jade-Statuetten von unschätzbarem Wert und die entwendet wurden, wieder zu beschaffen. Auf diese hat es der so eitle wie skrupellose Ma Lok (Chen Hung-Lieh) abgesehen, der ein Verhältnis mit der untreuen, attraktiven Gattin (Yau Ching) des Bürgermeisters pflegt, und mit der "Ghost Gang" kollaboriert.

Chang will den Tod seiner Eltern rächen, Yin-Erh will den Tod ihrer Brüder und ihrer Schwester sühnen. Nachdem Ma Lok seinen Machenschaften zum Opfer fiel, kommt es zum Show-Down gegen die "Ghost Gang", zum blutigen Kampf auf Leben oder Tod...!

Kritik:

Im Jahre 1969 drehte Regisseur Doe Ching in seinem letzten Lebensjahr -es dürfte sich um seinen letzten Film handeln- diesen spannenden, gutklassig-gelungenen und düsteren WuXia-Eastern für die Studios der Shaw Brothers. 

Doe Ching verzichtete hier weitestgehend auf die edel-luxuriös-bunten Studio-Sets der Shaw Brothers, drehte hier eher draußen, setzte auf eher dunkel-gesetzte Farben, was eine spannende und dichte Atmosphäre erzeugte, und so spannend und sich verdichtend ist auch die an sich ja einfache Geschichte hier erzählt. Die Story ist zunächst etwas episodisch, dann aber flüssig-kohärent und stringent in Szene gesetzt, mündet klar und schlüssig in einen kernigen und unausweichlichen Show-Down, ruhige Dialoge, etwas schwülstiges Melodram, eine kleine Liebesgeschichte an der Oberfläche, und immer wieder rasante, blutige Fightaction, die Mischung stimmte in diesem Eastern, der eine kleine, rare und eher unbekannte Perle im Kanon der Shaw Brothers-Produktionen ist. Mir gefiel der Streifen wirklich gut!

Ling Yun ist der Held/Anti-Held in diesem Eastern. Einmal mehr in diesem dunkel-düsteren WuXia der einsame, harte Kämpfer und Rache-Engel. Er spielt das verkniffen-verbissen, ja angestrengt in Mimik und Gestik, was eine permanente Anspannung seiner dargestellten Figur dem Betrachter aufzeigt. Ling Yun macht das routiniert und überzeugend, der dunkle, einsame Rächer und Fighter. Von seiner Performance lebt natürlich dieser WuXia-Eastern der Shaw Brothers.

An seiner Seite eine hier noch blutjunge Ching Li, die ja später noch mit den Granden der Shaw Brothers wie Ti Lung, David Chiang und Chen Kuan Tai zur Blütezeit des Studios drehen durfte. Sie ist hier die verzweifelt-gebeutelte junge Dame, die den Helden aber aufopferungsvoll stützt. Ching Li spielt das total tapfer, eine intensive Darstellung.

Die Villains, zum einen eine rohe Bande von Killern mit einem grobschlächtigen Boss -gespielt von Lam Kau-, ungehobelte Typen die brandschatzend, plündernd und mordend ihr Unwesen treiben, und genauso spielen das die Akteure. Etwas hinterhältiger, fast feinsinniger sein falsches Spiel und seine Habgier mit Bauern-Schläue fintierend zu kaschieren versuchend, so agiert hier Chen Hung-Lieh. Einmal mehr der so skrupellose wie eitel auftretende Edel-Villain bei den Shaw Brothers. Die Villain-Rollen sind also mit einer gewissen Variabilität im Spiel besetzt, was die Sache natürlich entsprechend weiter interessant macht.

Ching Miu als sonorer Vater von Ching Li -im Film aber ja auch im Leben-, Fang Mien als naiv wirkender Bürgermeister dessen Ehe-Gattin ihn dreist mit Villain Chen Hung-Lieh betrügt, sowie Hao Li-Jen in einer kleinen Neben-Rolle, sorgen für Shaw-Prominenz. In etwas spezieller Rolle die Darstellerin Yau Ching, äußerst attraktiv, und die Geliebte des Schurken, ihren Gatten fast rotzfrech-offen hörnend, sowie die aparte Julia Hsia (aka Ha Yee-Chau) die einer Giftnadel erliegt, sind -neben Ching Li- in den weiteren weiblichen Rollen zu sehen, und agieren solide.

Die Fightaction, überwiegend natürlich Swordplay, etwas WuShu und ein bisschen KungFu, ist für anno ´69 absolut klasse. So blutige wie rasante Fights, zudem präzise choreographiert, und ich wette mal, dass sich Doe Ching hier an den zu dieser Zeit auch in Hongkong überaus populären japanischen Chanbaras orientierte. Jeder Schwertstreich und -treffer klar erkennbar, auch wenn die Fightaction hier rasant-dynamisch in Szene gesetzt wurde. Zumeist Ling Yun vs. 5-8, was natürlich auch den Drive der Fights forcierte, und dann das blutig-dramatische Finale, Ling Yun gegen den Boss und den Rest der Bande.

"Twin Blades of Doom", ein rarer, weniger bekannter WuXia-Eastern der Shaw Brothers, was schade ist, denn das ist ein spannender Eastern und eine kleine, feine Perle der Shaw Brothers.

7,5/10.

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