Eve (Uschi Glas), eine gestresste Chefsekretärin, wird von ihrer Hausärztin eine Kur in Bad Marein verschrieben. Dort soll sie sich 6 Wochen lang erholen und psychisch stabiler werden. Schon bald fällt ihr auf, dass in der dortigen Klinik der bekannten Dr. Barbara (Irina Demick) fast nur Frauen sind und diese sich z.T. mehr als verwirrend benehmen. Die wenigen Männer, wie der bedrohliche Gärtner oder der unfähige, ignorante Kommissar verstärken ihr Misstrauen. Als eine Gruppe von drei Angebern (George Ardisson, Klaus Dahlen und Kurt Zips) nacheinander verschwinden und Eve glaubt, ihre Leichen gesehen zu haben, versucht sie, einzuschreiten, bevor noch mehr Unheimliches geschieht…
Gott, was ein Film! 1970 mit geringen Budget vom Tschechen Zbynek Brynych gedreht, z.T. in seinem Heimatland, und ein veritabler Flop damals, doch nunmehr, im Zuge der Wiederentdeckung des deutschen Genrefilms der 60er und 70er, schätzt man „Die Weibchen“ langsam, aber immer mehr als galligen, exzentrischen Kommentar zur feministischen Debatte der Nach-68er-Zeit.
Dabei ist Brynychs Film weder besonders frauen- noch männerfeindlich, sondern v.a. übertrieben, farbenfroh und beißend satirisch. Hier bekommt jeder sein Fett weg. Die Frauen wirken wie eine Mischung aus lüsternden Katzen und unheimlichen Wärterinnen, die Männer softe Ahnungslose (wie Johnny, der einzige sympathische Mann im Film , gespielt von Alain Noury) oder geifernde Lustmolche. Insofern setzte sich Brynych mit diesem Film wohl v.a. zwischen alle Stühle und mißfiel allen Seiten.
Auch ist sein Film immer, leider, noch schmerzhaft aktuell, wie die heute noch gültigen Fragen zur wirklichen Gleichberechtigung zeigen.
Am Ende verweist der Film auch ganz unverhohlen auf das feministische Manifest von Valerie Solanas, die allerdings weniger wegen diesem bekannt ist, sondern ein Attentat auf Andy Warhol verübte. Es gibt Szenen mit BH- und Korsettverbrennungen, aber auch blutige Sägearbeiten und herausragende Lounge-Szenen mit der eleganten Musik von Peter Thomas.
Brynychs Regie tut ein Übriges, das Fieberhaft-Irreale des Films zu betonen: die Farbgebung wirkt wie unter einer Lavalampe im LSD-Rausch, die Kamera wirbelt herum, immer in Bewegung, es gibt irritierende Weitwinkeleinstellungen, wo man konventionellerweise klassische Close-Ups erwarten würde…kurzum: dieser Film stellt nicht den Anspruch, die Realität darzustellen, sondern bleibt im satirischen Wahnsinn, dem Absurden, dem Überpointierten.
Eine weitere Irritation: Bundesschätzchen Uschi Glas als Heldin des Films, die einzig scheinbar Normale, sehr hübsch anzuschauen, und doch gar nicht zu unterschätzen. Neben dem oben genannten noch namhafte Darstellerinnen wie Francoise Fabian und Pascale Petit und ein dünnes Drehbuch – aber egal: so souverän grotesk Brynych den Schein beherrscht, da kann das Sein ruhig schwächlich sein. Unfassbar, das so ein Film damals in der Bundesrepublik (als Koproduktion mit Italien und Frankreich) entstehen konnte. Und danke für Bildstörung für die wunderbare Veröffentlichung. Wer auch nur ansatzweise Interesse an deutschen Filmen abseits von Karl May und schläfrigen Autorenfilmen hat, sollte definitiv ein Blick auf dieses delirierende Stück Film werfen. Nicht für jederman/frau geeignet, aber mir gefiel’s. 8/10.