Regisseur Luis Aira scheint zwei massive Probleme zu haben, die er in seinem Streifen verarbeitet: Musiker wie Marilyn Manson, die er als exzentrische Kranke mit Hang zu vielen Drogen und sadistischen Zügen abstempelt und Los Angeles, was er als Moloch aus Drogen, vermissten Mädchen und gescheiterten Existenzen zeichnet.
Entsprechend eindimensional fällt sein Möchtegern-Thriller aus, dem es in erster Linie an einem fehlt: Spannung.
Vicky ist eine junge Frau, welche den Rock-Musiker Stu anhimmelt. In LA wird sie vom zwielichtigen Finch aus den Klauen zweier Ganoven gerettet und für einen Batzen Kohle als Spielzeug an ihr Idol Stu vermittelt. Doch Vicky rechnet nicht mit der Sado-Tour ihres Stars…
Die Sache wäre von vornherein einfacher gewesen, wenn die Hauptfigur nicht alles andere als einen Hingucker verkörpern würde, denn dieses Blondchen geht nicht nur in der Masse unter, sondern stellt sich auch darstellerisch reichlich blöde an.
Ihr Pendant Stu ist allerdings auch keine Leuchte, mal abgesehen von den hellblauen Kontaktlinsen, die er scheinbar auch nachts trägt. Der Kerl räkelt sich wie von Sinnen mit bloßem Oberkörper durch die kühl und spärlich eingerichtete Wohnung, während seine Muse, seine Inspiration für neue Kompositionen, in der Mitte des Raumes an Ketten baumelt und sich abwechselnd auspeitschen und zutexten lässt.
Und obgleich die Dame mit annähernd bloßem Hintern dasteht, gestalten sich die Szenen weder erotisch noch explizit grausam, sondern schlicht langweilig und inkonsequent inszeniert.
Dazwischen werden in regelmäßigen Abständen kleine Statistiken über Los Angeles eingeblendet, etwa wie viele Frauen dort im Jahr spurlos verschwinden oder was ein mehrmonatiger Drogenentzug kostet. Hinzu gesellen sich eine Handvoll Flashbacks, die in die Kindheit von Vicky zurückreichen und veranschaulichen, dass ihre Eltern heuchlerische Gottesgläubige waren, was weder das Mitfiebern antreibt, noch Verständnis für das naive Opfer aufkommen lässt.
Dazwischen tummeln sich ein paar Manager, Aufpasser im Überwachungsraum und eine Transe, die im titelgebenden Raum mit der Nummer 3D wohnt, - nicht, damit man hinsichtlich der Effekte eine extra Brille benötigen würde.
Ansonsten kann man auch die normale Brille abnehmen oder die Kontaktlinsen schonen, denn man verpasst nichts. Es gibt viel Gekreische und zwei nicht ernst zu nehmende Fluchtversuche, einen perfiden Plan seitens eines alten Managers, sehr wenig nackte Haut und noch weniger Folter, durch die Bank schwache Darsteller und ausschließlich Dialoge ohne Sinn dahinter und einen dramaturgischen Faden sucht man ebenfalls vergebens, denn letztlich geht es nur darum, ob der Künstler inspiriert wird und Vicky am Ende wieder frei kommt oder überhaupt frei gelassen werden will.
Vielleicht haben die Macher auch ein paar bunte Pillen zuviel eingeworfen, wie es die Handlung mehrfach anhand verschiedener Protagonisten aufgreift. Denn hier interessiert keine Figur, noch macht irgendwer eine interessante Entwicklung durch. Einzig einigen unfreiwillig dummen Gesichtsausdrücken und dem stimmungsvollen Song während der End-Credits, gesungen von Robert Smith („The Cure“) ist es zu verdanken, nicht am Bodensatz filmischen Schrotts zu landen, - weit entfernt davon ist er jedoch nicht…
2 von 10