Clive Owen spielt Charles, einen verheirateten Büroangestellten in leitender Position. Die Ehe zu seiner Frau ist scheinbar ohne Feuer, erschwerend kommt hinzu, dass die gemeinsame Tochter schwere gesundheitliche Probleme hat. Eine Tatsache, die natürlich auf die familiäre Atmosphäre drückt. Deshalb ist Charles einem Seitensprung nicht abgeneigt, als er eines Tages in der S-Bahn eine gewisse Lucinda Harris (Jennifer Aniston) trifft, von der er sofort angetan ist. Die Beiden nehmen sich ein Zimmer in einem billigen Hotel, doch bevor es zum Beischlaf kommt, stürzt ein Krimineller in ihr schäbiges Hotelzimmer. Charles wird niedergeschlagen, Lucinda vergewaltigt und anschließend werden die Geldbörsen der Beiden gestohlen. Nachdem der Kriminelle das Hotelzimmer schließlich verlassen hat, wissen Lucinda und Charles nicht, was sie tun sollen. Die Polizei können sie nicht rufen, denn so würden ihre jeweiligen Ehepartner von ihrem Seitensprung erfahren. Also vereinbaren sie Schweigen und gehen beschämt zu ihren jeweiligen Ehepartnern zurück. Kurze Zeit später erhält Charles erpresserische Telefonanrufe. Es ist der Mann, der ihn und Lucinda im Hotel überfallen und nun ihre Geldbörsen hat. Er verlangt 20.000 Dollar, dann 100.000 Dollar, usw. Anderenfalls werde Blut fließen. Charles ist in einer misslichen Lage, da er sich weder der Polizei noch seiner Ehefrau anvertrauen kann. Also muss er das Problem auf unorthodoxe Weise allein lösen. Nach einem von Anfang an vorhersehbaren Plottwist in der Mitte der Films beginnt also ein Katz und Maus Spiel.
Clive Owen spielt gewohnt toll und ist in diesem Film wieder einmal sehr sehenswert. Jennifer Aniston hingegen versagt wie immer. Ich weiß nicht, was die ganze Welt an dieser Vogelscheuche findet. Ja, sie mag gewissen Schönheitsidealen entsprechen, aber schaut man in ihr Gesicht, das in jedem ihrer Filme und TV-Serien denselben arroganten, gefühlskalten und bildungsfernen Ausdruck hat, will man am liebsten davonlaufen. Frau Aniston hat das Charisma eines zweimal benutzten Kaffeefilters, und schauspielerisch Qualität sucht man bei ihr ebenfalls vergebens. Aber gottseidank hat Aniston hier nur eine kleine Nebenrolle und ist selten zu sehen.
DERAILED ist eine wirklich sauber und ohne größere Schnitzer erzählte Geschichte von COLLATERAL-Autor Stuart Beattie, die viele konventionelle Elemente besitzt, sie aber so anordnet, dass sie nicht ganz so konventionell wirken. Vor allem wird durch das Auslassen und spätere Nachholen von Handlungspunkten in Rückblenden die ganze Sache etwas interessanter gestaltet. Überraschungen gibt es nicht, und den großen Plottwist riecht man 10 Meilen gegen den Wind. Dennoch hat der Film seine Momente, einige Szenen wissen sehr zu gefallen. DERAILED ist ein sehenswerter psychologischer Thriller über einen Mann, der seinen Seitensprung lange bereuen wird und auf eine für ihn beschämende Weise seiner männlichen Stärke beraubt wird durch Kriminelle, die ihn zu einer erpressbaren dummen Marionette degradieren. Vor allem ist der Film von seiner Atmosphäre her sehr gelungen. Gleichwohl muss man aber konstatieren, dass DERAILED ein herzlich belangloses Werk ist, das im Moment des Sehens für etwas Unterhaltung sorgt, den Zuschauer allerdings wahrscheinlich nicht lange gedanklich beschäftigen wird
Fazit:
Belangloser Kinospaß. Kann man sehen, muss man aber nicht unbedingt.
5-6/10 Punkten