Entgleist, ein Thriller von Regisseur Mikael Hafstrom (diverse Kringel müßt ihr euch einfach über das a und o dazudenken) mit den Stars Clive (Wer?) Owen und Jennifer (Brads Ex) Aniston in den Hauptrollen ist nicht gerade erste Wahl für das samstägliche Heimkinovergnügen. Nachdem aber die Herrin des Haushalts unmißverständlich klarstellte, daß heute Miss Aniston zu gucken wäre blieb mir natürlich nichts anderes übrig als mein geplantes Schlachtfest mit der Neuverfilmung von The Hills Have Eyes zu verschieben.
Was also bietet uns diese Triumphvirat an filmischer Klasse?
Zuerstmal die Story: Er, verheiratet (Owen) trifft Sie, verheiratet (Aniston). Die beiden fühlen sich voneinander angezogen und irgendwann sind die beiden endlich reif miteinander in die Kiste zu springen. Nur wo? In einem etwas heruntergekommenen Hotel wollen die beiden endlich zur Sache kommen, doch plötzlich steht da eine abgerissene Gestalt mit einer Waffe im Zimmer....
Mehr von der Story verrate ich hier nicht, doch soviel will ich noch anmerken, bis zu diesem Zeitpunkt (ca. Minute 30 der Spielzeit) dachte ich ich wäre irgendwie in einem dieser langweiligen Beziehungsdramen gelandet. Innerlich hatte ich meinen Plan, den vorher erwähnten Metzelfilm danach noch anzuschauen schon aufgegeben, weil ich schon kurz vorm einschlafen war.
Aber der abgerissene Typ mit der Waffe, gespielt von Vincent Cassel hat mich dann doch gerettet.
Wie schon erwähnt, mache ich keine Angaben zur weiteren Handlung, aber ab diesem Zeitpunkt kam der Streifen dann doch noch in Fahrt. In Anbetracht dessen, was noch folgen sollte, könnte man sogar behaupten, daß es sich bei den etwas lang (weilig) geratenen ersten 30 Minuten um den so oft beschworenen Spannungsaufbau handelte. Mag sein. Jedenfalls wird Entgleist seinem Ruf als Thriller danach schon etwas mehr gerecht ohne wirklich an en Nerven des Zuschauers zu zerren. Zu schnell wird klar, wer bzw. was hinter der ganzen Sache steckt. Einzig was sich am Ende im Gefängnis abspielt ist etwas überraschend, wenn auch auf Grund des vorher gesehenen ziemlich aufgesetzt bzw. konstruiert, da die Beziehung zwischen Owen und dem schwarzen "Briefträger" eigentlich keine richtige Tiefe hatte.
Was also bieten uns Regie und die genannten DarstellerInnen?
Zur Regie kann ich sagen, daß sie eigentlich recht solide agierte. Wenn es Probleme am Gesamtfilm gab, so lagen sie eindeutig am etwas zu viel wollenden, zu raffinierten (ohne es letztlich wirklich zu sein) Drehbuch und an Jennifer Aniston. Zugegeben, auch für ihre Rolle ist das Drehbuch verantwortlich, doch sie spielt die "Sex-Göttin" für amerikanische Vorstädter sowas von bieder, daß man sich echt fragen muß wieso der gute Clive ausgerchnet auf sie hereinfällt.
Clive Owen, der unbekannte Star, ist eigentlich recht ordentlich als aus der Spur (entgleister) geratener Durchschnitts-Ami. Der Hammer aber ist wie schon so oft, Vincent Cassel! Der gibt den Klischee-Franzosen in Owens Wohnzimmer genauso gut wie den fiesen Killer. Für meine Begriffe sorgt er hier für die absoluten Highlights des ganzen Films!
Fazit: Nach langwierigem Einstieg bietet Entgleist durchaus ordentliche Thriller-Kost, ohne allerdings letztendlich restlos überzeugen zu können. Die Wendungen des Drehbuchs sind teilweise einfach zu unausgegoren und vorhersehbar. Einzig Vincent Cassel vermag der Produktion einige Highlights zu geben.