Review

Achtung: extreme Spoiler!

ENTGLEIST ist einer jener Filme, die nur gemacht wurden, um einen Film zu machen - in der Hoffnung, dass es gut geht und dass ihn sich genügend Leute anschauen, als dass sich der kostentechnische Aufwand gelohnt hat. Den Rotstift sah man da wohl weder bei der Story angesetzt, noch bei der Auswahl der Darsteller; Clive Owen, Jenn Aniston, Vincent Cassell - alles Namen, die man kennt und die man mit mindestens einem guten bis tollen Film in Zusammenhang bringen kann.
So viel zur Theorie, nun zur praktischen Umsetzung.


ENTGLEIST erzählt die Geschichte eines Marketingmannes (Owen), der auf dem Weg zur Arbeit eine attraktive Frau (Aniston) im Zug kennenlernt. Schnell kommen sich die beiden näher, obwohl beide, wie sie es sagen, zu Hause Familie haben.
Bei ihrem ersten "Bett-Date", das sie in einer billigen Hotelabsteige steigen lassen wollen, passiert eine Panne. Ein Gauner (Cassell) stürmt das Zimmer, raubt die beiden aus, schlägt den Mann bewusstlos und vergewaltigt die Frau - so erzählt sie es ihm zumindest, als er einige Zeit später wieder zu sich kommt.
Da der Gangster die kompletten Brieftaschen des Hook-Ups hat mitgehen lassen, fällt es ihm nun leicht, die persönlichen Daten ausfindig zu machen. Fortan erpresst er den Mann in dem festen Glauben, dass dieser mitspielen wird - immerhin hat er das Gespann beim Fremdgehen erwischt. Der Mann spielt mit und lässt sich nach und nach immer mehr Geld aberpressen (ein großer Betrag davon wurde ursprünglich angespart, um seiner totkranken Tochter eine teure medizinische Bahndlung zu ermöglichen) , nur um seiner Frau nicht mitteilen zu müssen, dass er sie "fast" betrogen hätte.
Irgendwann jedoch stellt sich durch einen Zufall heraus, dass die gesamte Geschichte nur ein abgekatertes Spiel war; die Frau bildet mit dem Gangster ein kleines Ganovenpärchen. Plötzlich mutiert der brave Geschäftsmann zum Rächer.

Es ist nicht sehr klug, einen Film mit Logiklöchern, abgedroschenen Filmklischees und Szenen vollzupacken, welche man schon tausendmal und davon 999 mal besser gesehen hat, nur um am Ende eine Möchtegern-Aha-Effekt-Auflösung zu bringen. So versucht der Film nach der Exposition mit pseudo-intelligenten Wendungen den Zuschauer bei der Stange zu halten. Der Zuschauer (so war es jedenfalls bei uns) fühlt sich dabei nur noch veräppelt und in seiner Intelligenz beleidigt!

Wieder -zig Millionen für einen Film verballert, den die Welt nicht braucht! Bin sauer!


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