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Der Alltag hat das Leben des Familienvaters und Werbefachmanns Charles Schine fest im Griff. Täglich pendelt er mit dem Zug zur Arbeit in die Innenstadt von Chicago. Bis der Zufall es will, dass er eines Tages im Zug die attraktive und ebenfalls verheiratete Bankerin Lucinda trifft. Die unerwartete Begegnung entwickelt sich zu einem Flirt, doch ihre noch gar nicht richtig begonnene Affäre findet ein jähes Ende, als der brutale Ganove LaRoche plötzlich in ihre erste Liebesnacht platzt. Allerdings ist der Albtraum damit noch längst nicht vorbei, denn LaRoche hat es nicht nur auf Ihre Brieftasche abgesehen sondern entpuppt sich als rücksichtloser Erpresser. Ein grausames Spiel mit brutalen Folgen beginnt.

Für einen spannenden Thriller ist es ziemlich tödlich, wenn der Zuschauer der vermeintlichen Schlußpointe früh auf die Schliche kommt. Änliche Stories wurden bereits hin und wieder verfilmt und als Vielseher fragt man sich schon nach kurzer Zeit, welche der beiden Frauen den mit dem Gangster LaRoche unter einer Decke steck (ist aber auch da nicht schwer zu erraten)t. Da der Film dann auch genau diese Karte spielt, kann sich der Zuschauer zwar mit einem habs-doch-gewußt Lächeln auf die Schulter klopfen, aber der Spannung tut das doch ziemlichen Abbruch, da man auf diesen Moment beinahe zwei Stunden Laufzeit warten muß.
Der Aufbau ist dann auch sehr bedächtig, Derailed nimmt sich sehr viel Zeit seine Figuren vorzustellen (ein wenig zu viel sogar für meinen Geschmack). So etwas wie Thrill tritt erst nach einer hlben Stunde ein, als LaRoche seinen ersten und sehr effektiven Auftritt hat und das muntere Schäferstündchen rüde unterbricht. Danach fängt der Spaß allerdings erst richtig an. Da beide Ertappten in Rücksichtnahme auf ihre jeweiligen Ehepartner nicht zur Polizei gehen, startet nun ein gepflegter Erpressungsmarathon. Cassel brilliert dabei als wandlungsfähiger Schurke, der sogar zaghafte Versuche Charles aus der Nummer wieder herauszukommen locker voraussieht und vereitelt. Ebenfalls gut gelungen die Einstellung als ein Kumpel von Charles diesem mit einer nicht geladenen Waffe helfen will indem er LaRoche damit bedrohen will, dieser aber ihn wiederum sehr überraschend im Auto erschießt.
Könnte alles soweit sehr spannend sein, wenn eben nicht dieser Makel der Vorhersehbarkeit über allem schweben sollte, das Finale wirkt auch ein wenig sehr überzogen und ein viertelstündige Kürzung hätte dem Ganzen sicher auch nicht geschadet. Sonst macht die Story Fun, was auch sicher an den guten Darstellerleistungen liegt und zumindest der Twist vom Schlußtwist ist wieder angemessen gemein.
6/10

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